Die Deutsche Gesellschaft für Geriatrie (DGG) hat zwei neue Informationsflyer zu Mangelernährung und Proteinversorgung im Alter veröffentlicht. Das geht aus einer Mitteilung der DGG-Arbeitsgruppe Ernährung und Stoffwechsel hervor. Die Materialien richten sich an ältere Menschen, Angehörige und Versorgungsteams und sollen helfen, Risiken frühzeitig zu erkennen und geeignete Maßnahmen einzuleiten.
Mangelernährung im Blick: Symptome und Ursachen
Mangelernährung betrifft nicht nur Menschen mit Untergewicht. Auch Personen mit formal normalem Gewicht können von unzureichender Energie- und Nährstoffzufuhr betroffen sein. Der erste Flyer beschreibt typische Anzeichen wie ungewollten Gewichtsverlust, Appetitminderung oder zunehmende Schwäche. Als häufige Ursachen werden unter anderem akute oder chronische Erkrankungen, Kau- und Schluckstörungen, soziale Isolation und eingeschränkte Mobilität genannt.
Zudem warnt die DGG vor gesundheitlichen Folgen: Mangelernährung erhöhe das Risiko für Muskelschwäche, Stürze und Infektionen deutlich. Der Flyer stellt diese Zusammenhänge in alltagsnaher Form dar und nennt einfache Strategien, um die Energiezufuhr zu steigern – etwa durch das Anreichern von Speisen mit Öl, Sahne oder Nüssen sowie durch hochkalorische Snacks. Eine Wochenübersicht soll Betroffenen helfen, Mahlzeiten zu planen und Fortschritte zu dokumentieren.
Proteinversorgung: Höherer Bedarf im Alter
Der zweite Flyer legt den Schwerpunkt auf eine ausreichende Proteinzufuhr. Menschen ab 65 Jahren benötigen laut DGG häufig mehr Eiweiß als jüngere Erwachsene – empfohlen werden rund ein Gramm Protein pro Kilogramm Körpergewicht, bei Erkrankungen auch mehr.
Der Flyer bietet Tabellen zum Proteingehalt gängiger Lebensmittel und zeigt praxisnahe Möglichkeiten, den Eiweißanteil in alltäglichen Mahlzeiten zu erhöhen, etwa durch Quark als Brotaufstrich, Ei in der Suppe oder überbackenes Gemüse. Betont wird zudem die Bedeutung von Bewegung, um den Effekt einer erhöhten Proteinzufuhr zu verstärken. Neu hervorgehoben wird der Nutzen kombinierter pflanzlicher Proteinquellen zur Verbesserung der biologischen Wertigkeit.
Einsatz in der Versorgung
Die Flyer sollen laut Arbeitsgruppenleiterin Mirja Katrin Modreker ein niedrigschwelliges Instrument sein, "um Mangelernährung und unzureichende Proteinaufnahme strukturiert anzusprechen, zu erklären und erste Maßnahmen einzuleiten".