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Corona-Krise

DBfK Südwest: "rückwärtsgewandte Flickschusterei"

Scharfe Kritik am potenziellen Aussetzen der Isolationspflicht für positiv getestete Pflegende.

Der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) Südwest hat die Corona-Absonderungsverordnungen mehrerer Bundesländer scharf kritisiert. Demnach könne die Isolationspflicht für positiv getestete, jedoch symptomlose Beschäftigte in Einrichtungen des Gesundheitssystems ausgesetzt werden, wenn andernfalls die Versorgung in der Einrichtung nicht mehr zu gewährleisten sei.

Pflegende im ethischen Dilemma

Die Verantwortlichen in der Politik spielten also weiterhin mit der Gesundheit und dem Gewissen von Pflegefachpersonen, sagte die Vorsitzende des DBfK Südwest, Andrea Kiefer, am Freitag.

Das ethische Dilemma für Pflegende dabei sei: Entweder positiv getestet zur Arbeit gehen und evtl. Kollegium, Patientinnen, Patienten und Bewohnende gefährden oder zuhause bleiben in dem Wissen, dass das Kollegium die eigene Arbeit mitübernehmen muss.

"Die sogenannten Ausnahmeregelungen der Corona-Absonderungsverordnungen für Beschäftigte des Gesundheitswesens sind ein bemerkenswert einfallsloses und durchschaubares Manöver."

Das ist "rückwärtsgewandte Flickschusterei" aus den Zeiten vor Corona, kritisierte Kiefer weiter.

"Solch widersinnige Aktionen, wie sie jetzt in den Verordnungen der Länder zu finden sind, sabotieren regelrecht gute Pläne und Ideen zur Gewinnung von Fachkräften, die wir so dringend benötigen!"

Bislang müssen sich in Deutschland an Corona erkrankte Personen auch ohne Krankheitssymptome mind. 5 Tage nach dem positiven Testergebnis isolieren, weil sie ansteckend sein könnten.

Forderungen nach Wegfall der Isolationspflicht

Angesichts daraus folgender Personalausfälle hatte es in den vergangenen Wochen wiederholt Forderungen nach einem Wegfall der Isolationspflicht gegeben, etwa vom Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Andreas Gassen.

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) lehnt dies bisher allerdings ab.

Auch SPD-Chefin Saskia Esken warnte vor einer Aussetzung der Isolationspflicht. Damit würden ganze Belegschaften der kalkulierbaren Gefahr ausgesetzt, sich am Arbeitsplatz zu infizieren, sagte sie dem Redaktionsnetzwerk Deutschland in dieser Woche. Eine symptomfreie Infektion bedeute ja nicht, dass die infizierte Person nicht ansteckend sei.

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