Nach zwölf Jahren als Präsidentin des Deutschen Berufsverbands für Pflegeberufe (DBfK) ist Christel Bienstein am Donnerstag in den Ruhestand verabschiedet worden.
Bienstein hat nach ihrer Ausbildung zur Krankenschwester zunächst auf einer Intensivstation gearbeitet. Aufgrund einer Allergie musste sie den Beruf aufgeben und studierte Germanistik und Geschichte auf Lehramt sowie Diplompädagogik. Sie setzte ihre pflegerische Karriere dann als Lehrerin und später als Leitung im DBfK-Bildungszentrum in Essen fort. Von 1994 bis 2017 leitete sie das Department für Pflegewissenschaften an der Universität Witten/Herdecke.
2012 wurde sie zur DBfK-Präsidentin gewählt.
Biensteins Engagement für die Profession Pflege
Die Bienstein-Skala zur Einschätzung des Pneumonie-Risikos sowie die von ihre übersetzte und erweiterte Norton-Skala, mit der die Dekubitusgefahr eingeschätzt wird, kennen alle, die nach 1985 ihre Pflegeausbildung begonnen haben. Für die Übertragung des Konzepts der Basalen Stimulation auf die Pflege erhielt Bienstein 2011 vom Deutschen Pflegerat den Deutschen Pflegepreis. Sie ist außerdem seit 2004 Trägerin des Bundesverdienstkreuzes, mit dem sie für ihre Verdienste um die Pflegewissenschaft ausgezeichnet wurde.
Nicht nur durch ihre Verdienste um die Pflegewissenschaft habe Bienstein die Profession Pflege vorangebracht, sondern auch durch ihr unermüdliches berufspolitisches Engagement, teilte der DBfK mit. Sie habe deutliche Verbesserungen der Rahmenbedingungen sowie für die Pflegeausbildung und die Akademisierung erzielt.
Bienstein erhielt zum Abschluss ihrer Tätigkeit im Verband die Ehrenmitgliedschaft im DBfK. Sie ist damit nach der kürzlich verstorbenen Ruth Schröck die zweite Trägerin dieser Auszeichnung.