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Einfluss der Pandemie auf Pflegeberufe

Bewerber, Aussteiger, Todesfälle

Die Pflegeberufe weltweit sind in Bewegung: Einerseits Zulauf, andererseits Jobflucht – und allgegenwärtige Infektionsgefahr.

Die Corona-Pandemie beschert den Pflegeberufen in vielen Ländern einen Zulauf. Wie der International Council of Nurses (ICN), der internationale Pflegeverband in Genf, berichtet, hätten mehr als 30 % der nationalen Pflegeverbände weltweit einen Anstieg der Bewerbungen verzeichnet.

Gleichzeitig aber nehme unter den Beschäftigten die Frustration über schlechte Bezahlung und hohe Arbeitsbelastung zu, sagte ICN-Geschäftsführer Howard Catton. Bereits im März hatte der ICN mitgeteilt, dass in nahezu jedem fünften Land Pflegende wegen der Belastung infolge der Corona-Pandemie aus dem Beruf ausscheiden wollen – Tendenz steigend.

Allein in Deutschland überlegt mind. ein Drittel der (Intensiv)Pflegenden den Beruf aufzugeben oder den eigenen Stellenanteil zu reduzieren

Der ICN, dem 130 Pflegeverbände weltweit mit 27 Millionen Mitgliedern angehören, äußerte sich besorgt, dass die Pandemie die Ausbildung vielerorts unterbrochen oder erschwert habe. Das mache es schwierig, alle Stellen zu besetzen.

Schon vor einem Jahr fehlten nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) weltweit 6 Mio. beruflich Pflegende.   

Dass reiche Länder Pflegende im Ausland suchen, sei besorgniserregend, so Catton. Dort sei der Mangel noch größer als in den reicheren Ländern. Sinnvoller sei es, in gute Ausbildung, ein attraktives Arbeitsumfeld und ausreichende Löhne zu investieren.

Mind. 3.000 beruflich Pflegende weltweit gestorben

Belastend sei auch die Zahl der Todesfälle. So schätzt der ICN, dass weltweit mehr als 3.000 beruflich Pflegende an oder mit COVID-19 gestorben sind. Die Dunkelziffer dürfte deutlich höher liegen. Vor knapp einem Jahr hatte der ICN noch knapp 600 Pflegende gezählt, die dem Virus zum Opfer gefallen waren. 

In seinem täglichen "Lagebericht des RKI zur Coronavirus-Krankheit-2019 (COVID-19)" veröffentlicht das Robert Koch-Institut u. a. Zahlen zu COVID-19-Infektionen und -Todesfällen von beruflich Tätigen in deutschen Krankenhäusern, Pflegeheimen und anderen Einrichtungen.

Demnach haben sich seit Ausbruch der Pandemie bundesweit bis Mittwoch 31.758 Beschäftigte in Krankenhäusern infiziert, 21 davon sind an den Folgen gestorben. Nahezu identisch ist die Zahl der Infizierten unter den Mitarbeitenden in Pflegeeinrichtungen: Dort wurden bis Mittwoch 31.884 Fälle registriert. 83 davon mit tödlichem Ausgang. Ambulante Pflegedienste zählen bislang 2.221 Personen, die an COVID-19 erkrankten, 3 davon starben.

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