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Berufsregister in Bayern

41.000 Pflegefachpersonen erfasst

Ein Jahr Berufsregister in Bayern: 41.000 Pflegefachpersonen erfasst. Daten zeigen demografischen Druck und hohe Weiterbildungsquote.

Ein Jahr nach Einführung des verpflichtenden Berufsregisters in Bayern sind rund 41.000 Pflegefachpersonen erfasst. Das vermeldete die Vereinigung der Pflegenden in Bayern (VdPB) am Montag, die das Berufsregister führt.

Seit 1. Juni 2025 sind schätzungsweise 170.000 Pflegefachpersonen im Freistaat verpflichtet, sich registrieren zu lassen. Ziel ist eine erstmals belastbare Datengrundlage zu Qualifikation, Einsatzbereichen und Verteilung der Berufsgruppe im Land. Grundlage dafür ist die Novelle des Bayerischen Pflegendengesetzes.

Demografischer Druck zeichnet sich ab

Die bislang erhobenen Daten bestätigen bekannte Trends: Pflege bleibt weiblich dominiert, der Anteil liegt bei 81 Prozent. Gleichzeitig zeigt sich eine demografische Entwicklung mit Folgen für die Personalverfügbarkeit: Mehr als 17 Prozent der registrierten Pflegefachpersonen werden laut VdPB innerhalb der nächsten zehn Jahre das Rentenalter erreichen.

"Der Bedarf an qualifiziertem Nachwuchs ist bereits heute klar erkennbar. Das verdeutlicht, wie wichtig es ist, rechtzeitig wirksame Maßnahmen zu ergreifen, um die pflegerische Versorgung in Bayern langfristig zu sichern", sagte VdPB-Präsidentin Rita Zöllner.

Zugleich weist sie darauf hin, dass unklar sei, ob Beschäftigte die körperlich belastende Tätigkeit tatsächlich bis zum gesetzlichen Renteneintritt ausüben können.

"Wir setzen auf das Mittel der Überzeugung"

Über die bisherigen Erfahrungen im Umgang mit dem Berufsregister sprachen wir mit VdPB-Geschäftsführer Michael
Wittmann. 

Herr Wittmann, Schätzungen gehen von 160.000 Pflege­fachpersonen in Bayern aus. Bislang sind mit rund 41.000 Pflegefachpersonen
also nur 25 Prozent ihrer Registrierungspflicht nachgekommen. Was planen Sie, um die Zahl zu steigern?

Wir nehmen nach wie vor einen hohen Informationsbedarf wahr – dem wollen wir natürlich nachkommen und führen unsere Informationskampagne weiter. Dafür setzen wir wieder auf einen vielfältigen Kanalmix: Neben der direkten Ansprache über Kliniken und Einrichtungen planen wir weitere Maßnahmen, darunter digitale Anzeigen und eine Informationskampagne im öffentlichen Raum.

Sanktionen für Pflegefachpersonen, die
 ihrer Registrierungspflicht nicht nach­kommen, sind weiterhin nicht geplant?

Nein – und die VdPB lehnt diese auch entschieden ab! Abgesehen davon, dass wir Bußgelder oder ähnliche Konsequenzen
für kontraproduktiv halten – wir setzen auf das Mittel der Überzeugung –, sind Sank­tionen für einzelne Pflegefachpersonen in der Praxis sowieso nicht umsetzbar. Bislang liegen ja keine personenbezogenen Daten zu den Pflegefachpersonen vor. Wie sollen Einzelpersonen dann konkret sanktioniert werden? Eine denkbare Möglichkeit wäre, dass die Meldung der Pflegefachpersonen über die Arbeitgeber erfolgen könnte. Aber auch dafür wären viel Vorlaufzeit und eine Gesetzesänderung notwendig. Ohnehin vertrauen wir darauf, dass die Pflegefachpersonen der Registrierungspflicht nachkommen – und die aktuellen Zahlen sprechen dabei für sich.

Welchen Nutzen hat ein unvollständiges 
Berufsregister?

Auch jetzt schon können wir wertvolle Daten aus dem Berufsregister ableiten, zum Beispiel zu den jeweiligen Arbeitsfeldern, der Altersstruktur oder zu der regionalen Verteilung. Damit das Register allerdings seinen Nutzen vollumfänglich entfalten kann, benötigt es eine valide Datengrundlage und die erhalten wir erst, wenn sich wirklich alle eintragen. Daher setzen wir uns nach wie vor für eine Weiterentwicklung des Berufsregisters ein. Eine von mehreren Optionen wäre dabei, den Erhalt der Berufsurkunde mit der Aufnahme in das Berufsregister zu verknüpfen.

Breite Qualifikationen und hohe Weiterbildung

Ein weiteres Ergebnis: Mehr als elf Prozent der registrierten Pflegefachpersonen verfügen über mindestens eine Weiterbildung. Insgesamt sind über 30 verschiedene Weiterbildungsabschlüsse dokumentiert.

Die Tätigkeiten verteilen sich vor allem auf Krankenhäuser sowie die stationäre Langzeit- und ambulante Pflege. Insgesamt nennt das Register mehr als 13 verschiedene Einsatzfelder und zeigt damit die Vielfalt pflegerischer Aufgaben.

Die Daten belegten auch eine ausgeprägte Bereitschaft zur Weiterbildung über die Grundausbildung hinaus. In diesem Zusammenhang verweist die VdPB auf gesetzliche Initiativen zur Kompetenzerweiterung in der Pflege.

Register soll Planung verbessern

Das Berufsregister gilt als zentrales Instrument zur Steuerung der Pflegeversorgung. Bislang fehlten belastbare Daten über die tatsächliche Zahl, Qualifikation und regionale Verteilung der Fachpersonen.

Mit wachsender Beteiligung soll die Datengrundlage weiter verbessert werden. "Je umfangreicher die Datenbasis ist, desto gezielter können wir beispielsweise regionale Bedarfe erkennen und dringend notwendige Handlungserfordernisse valide herausarbeiten", so Zöllner.

Die VdPB ruft daher alle registrierungspflichtigen Pflegefachpersonen auf, ihrer Verpflichtung nachzukommen.

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