• News
Befragung zur Arbeitszufriedenheit

Arbeitsbedingungen und Gehalt treiben Pflegende aus dem Beruf

2 aktuelle Umfragen zeigen: Professionell Pflegende sind zufrieden mit ihrer pflegerischen Tätigkeit, allerdings unzufrieden mit den Arbeitsbedingungen.
2 aktuelle Umfragen zeigen: Professionell Pflegende sind zufrieden mit ihrer pflegerischen Tätigkeit, allerdings unzufrieden mit den Arbeitsbedingungen.

Professionell Pflegende sind zwar höchst zufrieden mit ihrer pflegerischen Tätigkeit, allerdings sehr unzufrieden mit den aktuellen Arbeitsbedingungen. Das verdeutlichen gleich 2 Umfragen: von der Pflegekammer Schleswig-Holstein und der Pflegekammer Rheinland-Pfalz.

In den Ergebnissen spiegele sich einerseits der tägliche Spagat wider zwischen dem eigentlich geliebten Beruf und einem hohen Ethos sowie andererseits den widrigen Umständen der Berufsausübung, teilte der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) Nordwest mit.

Viele Pflegende denken über einen Berufsausstieg nach

Dass allein fast 2.000 Pflegefachpersonen für die Befragung in Schleswig-Holstein teilgenommen haben, zeige ihr Bedürfnis, über ihre berufliche Situation Auskunft zu geben.

Eine "überraschend hohe Anzahl" der Befragten trage sich aktuell mit dem Gedanken, aus dem Beruf auszusteigen. Dies zeigten die unerwartet ausführlichen Eintragungen in den ergänzenden Freifeldern der Befragung, heißt es in dem Projektbericht der Hochschule für Wirtschaft und Gesellschaft Ludwigshafen, die mit der Evaluation von der Pflegekammer beauftragt wurde, und den BibliomedPflege vor Veröffentlichung einsehen konnte.

Vielfach fänden sich Hinweise, dass hierfür der Leidensdruck unter den derzeit herrschenden Arbeitsbedingungen, das belastete Berufsethos und das Gefühl fehlender Wertschätzung den Ausschlag gäben. Auch die monetäre Entlohnung werde als zu niedrig gesehen.

Die Situation verschärfe sich durch die Tatsache, dass aktuell der Altersdurchschnitt der Pflegefachpersonen 45 Jahre beträgt, und spitze sich noch zu, da eine "nicht unerhebliche Anzahl"“ der Befragten angebe, aufgrund gesundheitlicher Problemen bereits akut beeinträchtigt zu sein.

Wachsende Unzufriedenheit unter Pflegenden

"Es wurde und wird viel über Pflegende geredet, aber viel zu wenig mit ihnen", sagte die stellvertretende Vorsitzende des DBfK Nordwest, Swantje Seismann-Petersen, am Montag zu den Ergebnissen.

"Die Situation spitzt sich zu – nicht nur wegen der anhaltenden Corona-Krise –, und die pflegerische Versorgung steht auf dem Spiel. Die wachsende Unzufriedenheit unter den Pflegefachpersonen ist ein latenter Sprengsatz, den sich die Gesellschaft nicht leisten kann", so Seismann-Petersen weiter.

"Ausbluten der professionellen Pflege verhindern"

Auch die Ergebnisse in Rheinland-Pfalz verdeutlichten, dass beruflich Pflegende trotz einer hohen intrinsischen Motivation und Freude an ihrem Beruf mit ihrer beruflichen Situation sowie ihrem Einkommen deutlich unzufriedener sind als der Durchschnitt der Gesamtbevölkerung.

Nach Angaben der Pflegekammer Rheinland-Pfalz antworteten 78 % der Befragten, der Beruf bereite ihnen Freude, jedoch bewerteten sie die Zufriedenheit mit dem Beruf mit durchschnittlich 5,3 von 10 Punkten (Gesamtbevölkerung: 7,0) und die Zufriedenheit mit dem Einkommen mit 5,1 von 10 Punkten (Gesamtbevölkerung: 6,4).

"Die Befragung zeigt deutlich, dass die überwiegende Mehrheit der Pflegefachpersonen ihrem Beruf positiv gegenübersteht und sie pflegerische Tätigkeiten gern ausüben. Neben dem Gehalt müssen sich aber die Arbeitsbedingungen deutlich verbessern, damit Pflegende so arbeiten können, dass sie sich auf das Wesentliche in der professionellen Pflege konzentrieren können. Neben einer Personalausstattung, die den entsprechenden pflegewissenschaftlichen Standards entspricht, sind auch neue Arbeitszeitmodelle, eine moderne Organisationskultur sowie die Neuorganisation der interprofessionellen Aufgabenteilung wichtige Bausteine, um ein Ausbluten der professionellen Pflege in Deutschland zu verhindern", sagte Kammerpräsident Markus Mai in der vergangenen Woche.

DIE SCHWESTER | DER PFLEGER

12x jährlich

Die Schwester | Der Pfleger 
Deutschlands meistabonnierte Pflegezeitschrift

Zeitschriftencover

PflegenIntensiv

4x jährlich

PflegenIntensiv ist das Spezialmagazin für Pflegende auf Intensivstationen, in der Anästhesie und im OP

Zeitschriftencover

Angehörige pflegen

4x jährlich

Angehörige pflegen ist auf die Bedürfnisse und Fragen pflegender Angehöriger zugeschnitten

Deutsches Pflegeblatt

halbjährlich

Hautnah dabei - das Magazin für alle Akteure in der Pflege an der Seite der Kammern, Berufsverbände und Politik 

DPB_01-2019-Titel.jpg

PKR Pflege- & Krankenhausrecht

6x jährlich

Einschlägige Gerichtsurteile, wichtige Entscheidungsgründe und Kommentierungen prägen die Inhalte dieser anerkannten Fachzeitschrift

Zeitschriftencover

f&w führen und wirtschaften im Krankenhaus

12x jährlich

Deutschlands meistgelesene Fachzeitschrift für das Management im Krankenhaus 

Zeitschriftencover