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Fachkräftemangel

Personalmangel "mittlerweile deutlich spürbar"

Der Mangel an Pflegefachpersonen hat in Baden-Württemberg für viele Einrichtungen ein existenzbedrohendes Ausmaß angenommen.
Der Mangel an Pflegefachpersonen hat in Baden-Württemberg für viele Einrichtungen ein existenzbedrohendes Ausmaß angenommen.

Der Mangel an Pflegefachpersonen hat nach Angaben der baden-württembergischen Krankenhausgesellschaft (BWKG) für viele Kliniken ein existenzbedrohendes Ausmaß angenommen.

"Die Schwierigkeiten, qualifiziertes Personal zu finden, werden immer größer und die Folgen für die Versorgung der Menschen im Land sind mittlerweile deutlich spürbar", sagte BWKG-Vorstandsvorsitzender Detlef Piepenburg am Montag in Stuttgart.

Grundlage seiner Aussage ist der aktuelle BWKG-Indikator. An der halbjährlich erscheinenden Umfrage nehmen die Geschäftsführenden von Kliniken (202), Pflegeheimen (632) und Reha-Einrichtungen (131) des Landes teil.

Kein Pflegepersonal: Mehrheit der Einrichtungen muss Betten zeitweise schließen 

Knapp 87 % der Krankenhäuser, 85 % der Pflegeeinrichtungen und rund 89 % der Reha-Kliniken sagen demnach, dass es schwierig oder eher schwierig ist, Pflegefachpersonen zu finden.

"Diese abstrakte Zahlen haben ganz konkrete Folgen: Fast 70 % der Allgemeinen Krankenhäuser haben in den vergangenen zwölf Monaten Betten oder Abteilungen wegen Personalmangel zeitweilig geschlossen", so Piepenburg weiter.

Teilweise seien auch Betten auf Intensivstationen nicht belegt worden, in einigen Fällen länger als 3 Tage im Monat. Ursache dafür seien u.a. die seit einem Jahr geltenden Pflegepersonaluntergrenzen.

Anschlussversorgung nicht mehr sichergestellt

Der Fachkräftemangel wirke sich auch auf das Zusammenspiel von Kliniken, Heimen und Reha-Einrichtungen aus. So sei es häufig schwierig, für Krankenhauspatientinnen und -patienten nach der Entlassung die passende Anschlussversorgung in der ambulanten oder stationären Pflege zu finden. Aufgrund fehlenden Pflegepersonals könnten Pflegeplätze nicht belegt werden; Pflegeplätze für psychisch auffällige oder suchtkranke Patientinnen und Patienten fehlten generell.

"Eigentlich sollte es mittlerweile einfacher sein, einen Pflegeplatz in einer Pflegeeinrichtung oder einem ambulanten Dienst zu finden", gab Piepenburg zu bedenken und bezog sich dabei auf das Pflegepersonalstärkungsgesetz der Bundesregierung, mithilfe dessen bundesweit 13.000 neue Stellen geschaffen werden sollten. In den Heimen im Land komme davon allerdings bisher wenig an.

Heim: Nur Wenige stellen Anfrag auf zusätzliches Pflegepersonal

Lediglich 101 Geschäftsführende von Pflegeeinrichtungen gaben an, einen Antrag auf zusätzliches Pflegepersonal gestellt zu haben. Damit wurden insgesamt 130,5 neue Pflegestellen beantragt. Knapp 42 % der Anträge wurden bisher positiv beschieden und damit 63,7 Stellen geschaffen. Mindestens 50 % der Anträge warteten immer noch auf Bearbeitung – und das seit mehr als dreieinhalb Monaten.

Die Gründe hierfür sind laut Piepenburg klar: Voraussetzung für einen Antrag ist, dass die zusätzlichen Pflegenden bereits gefunden sind und namentlich benannt werden können. Die Einrichtungen fänden aber keine zusätzlichen Pflegefachpersonen, bürokratischer Aufwand und lange Bearbeitungszeiten hielten viele Heime sogar davon ab, einen Antrag zu stellen. Das erkläre, warum 57 % von ihnen angegeben hätten, noch keinen Antrag gestellt zu haben.

Die am Indikator teilnehmenden Geschäftsführenden haben zudem vermehrt finanzielle Probleme: 57 % der Krankenhäuser, fast 30 % der Heime und 43 % der Reha-Einrichtungen in Baden-Württemberg gehen davon aus, dass sie das Jahr 2019 mit roten Zahlen abschließen werden.

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