Viele Pflegeheime in Deutschland haben rund 70 Prozent demenziell erkrankte Bewohner. Die bestehenden Konzepte für eine palliative Versorgung berücksichtigen aber meist ausschließlich Sterbende ohne kognitive Defizite. "Dabei wird vergessen, dass auch Menschen mit Demenz von einer früh einsetzenden Palliativpflege erheblich profitieren", sagt Altenpfleger und Diplom-Sozialwissenschaftler Stephan Kostrzewa. "Menschen mit Demenz, die ihre Not und ihr Leiden nicht mehr verbal mitteilen können, benötigen achtsame und suchende Begleiter. Beides wird im Rahmen der Palliative Care geschult und gefördert", so Kostrzewa weiter.
Durchschnittlich hätte ein 80-jähriger Bewohner etwa acht chronische Erkrankungen. Um dieser Symptomlast der Betroffenen bei der Palliativpflege gerecht zu werden, könne es helfen, alle möglichen Ursachen für das Verhalten des Demenzbetroffenen im Rahmen einer Fallbesprechung abzuarbeiten. Stellt etwa ein Betroffener die Ernährung ein, müsse zuerst geschaut werden, ob er nicht mehr essen kann. Schreie ein Mensch mit Demenz oder wehre er die Pflege ab, sollten zunächst körperliche Ursachen hierfür vermutet werden.
Die sogenannte STI (Serial-Trial-Intervention)-Methode helfe, eine mögliche Symptomlast zu erkennen und entsprechend zu intervenieren. Sie besteht aus folgenden fünf Schritten:
- Erfassung möglicher somatischer Bedürfnisse
- Erfassung der psychosozialen Bedürfnisse
- Einleitung von nicht-medikamentösen Maßnahmen
- Versuchsweise Gabe von Schmerzmitteln
- Versuchsweise Gabe von Psychopharmaka
Weitere Einzelheiten zur STI lesen Sie im ausführlichen Artikel.