Die Ursache dieser Misere werde von den Protagonisten bei Trägern, Verbänden und Politik nicht genau genug analysiert, kritisiert Gerontologe Hermann Brandenburg von der pflegewissenschaftlichen Fakultät der Philosophisch-Theologischen Hochschule Vallendar. "Die Verantwortung der verschiedenen Akteure wird nicht klar benannt und die Konsequenzen einer zunehmend auch kulturell heterogenen Zusammensetzung des Personals nicht ausreichend beachtet", schreibt der Pflege- und Sozialwissenschaftler in seinem Kommentar in der Mai-Ausgabe von Die Schwester Der Pfleger. Im Vordergrund stünden kurzfristige "Lösungen", während zentrale Grundfragen vernachlässigt würden. Mit mehr oder weniger unreflektierten Machbarkeitsfantasien Personal einzusetzen, ohne die Voraussetzungen und Folgen eines entsprechenden Einsatzes zu bedenken, sei problematisch. Brandenburg plädiert deshalb für folgende drei Schritte, um Missstände – vor allem bezogen auf die Personalsituation – in der Altenpflege zu beheben:
- Personalniveau nicht weiter absenken
- Zeitgemäßen Personalmix auf den Weg bringen
- Personalfrage breiter diskutieren.
Was diese Punkte konkret im Einzelnen beinhalten sollten, erläutert Brandenburg in seinem Kommentar.