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Pflege-Thermometer: Altenpflege am Limit

Die Pflegereformgesetze haben zu keinen substantiellen Verbesserungen in Einrichtungen der stationären Langzeitpflege geführt. Vielmehr befürchten Pflegeheime, die Verlierer der großen Reform zu werden. Das ist eines der zentralen Ergebnisse des aktuellen Pflege-Thermometers, die am Donnerstag auf dem Deutschen Pflegetag präsentiert wurden.

71 Prozent der befragten Einrichtungen geben laut der bundesweiten, repräsentativen Studie an, dass bei ihnen Wartelisten auf vollstationäre Langzeitpflegeplätze bestehen. Lediglich 38 Prozent beurteilen das Angebot der vollstationären Pflege in ihrer Region als umfänglich gesichert. Der Fachkräftemangel wird dabei von den Einrichtungen als Nadelöhr der Entwicklung gesehen: 81 Prozent beurteilen die Bewerberlage insgesamt als unzureichend, 84 Prozent haben Schwierigkeiten, offene Stellen zeitnah zu besetzen, 83 Prozent beobachten eine Abnahme der Qualität der Bewerbungen.

Außerdem nahmen die befragten Leitungskräfte gegenüber dem Vorjahr steigende Belastungen für ihre Mitarbeiter wahr. Dies drückt sich in einer erhöhten Krankheitsdauer (43 Prozent), mehr Krankheitstagen (41 Prozent), der Krankheitsschwere (31 Prozent) und mehr geleisteten Überstunden (28 Prozent) aus.

Die Ergebnisse zeigten, unter welchem enormen Druck die teil- und vollstationären Einrichtungen stünden, sagte der stellvertretende Leiter des Instituts für angewandte Pflegeforschung (DIP), Michael Isfort. "Die Politik ist aufgerufen, den Weg des ‚Klein-Klein‘ zu verlassen und durch mutige Reformen die Dauerkrise in der Pflege zu beenden und die sich verschärfende Fachkräfteproblematik zu lösen", so Isfort. Ohne eine deutliche Anpassung, die das bestehende Personal spürbar entlasten müsse und gleichermaßen auch die Infrastruktur der Ausbildung in den Blick nehmen müssen, ließen sich keine substanziellen Veränderungen in der Versorgungssicherheit und Angebotsausweitung erzielen. Maßnahmen, wie Ausweitung von Teilzeitstellenanteilen in Vollzeitstellen oder die aktive Bewerbung und Rückgewinnung von Pflegenden würden viel diskutiert, gehörten aber längst zum Alltag in den Einrichtungen. "Sie stellen keine der dringend benötigten Innovationen dar", betonte Isfort.

Für die Studie wurden im Herbst 2017 13.600 Einrichtungen im gesamten Bundesgebiet angeschrieben, 1.067 Bögen konnten ausgewertet werden. Die vollständigen Ergebnisse sollen ab April kostenfrei auf der Seite des DIP zur Verfügung stehen.

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