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Pflegeforschung

35 % der Einweisungen sind vermeidbar

Viele Einweisungen von älteren Patientinnen und Patienten aus dem Pflegeheim in ein Krankenhaus lassen sich vermeiden, wie aktuelle Studienergebnisse zeigen.

Viele Einweisungen von älteren Patientinnen und Patienten aus dem Pflegeheim in ein Krankenhaus lassen sich mit einer effektiven und frühzeitigen Versorgung im Heim vermeiden. Das zeigen Ergebnisse des Innovationsfonds-Projekts "Bedarfsgerechte Versorgung von Pflegeheimbewohnern durch Reduktion Pflegeheim-sensitiver Krankenhausfälle".

Kosten von mehr als 750 Mio. Euro vermeidbar

Würden strukturelle sowie sektorenübergreifende Interventionen und Maßnahmen eingeführt, die die Versorgung in Pflegeheimen optimieren, ließen sich 220.000 Krankenhauseinweisungen – rd. 35 % – verhindern, die mit Ausgaben von mehr als 750 Mio. Euro verbunden seien, konkretisierte die Projektleiterin und Inhaberin des Lehrstuhls für Management und Innovation im Gesundheitswesen an der Universität Witten/Herdecke, Sabine Bohnet-Joschko, in der Vorwoche.

Insgesamt machten Pflegeheim-sensitive Krankenhausfälle (PSK) über 40 % aller Krankenhausfälle von Pflegeheimbewohnerinnen und -bewohnern aus. Das seien insgesamt 270.000. Basis dieser Berechnungen sind Krankenkassendaten aus 2017.

Die PSK verursachten Kosten von fast einer Mrd. Euro (951,7 Mio.).

Behandlungen ohne Krankenhauseinweisungen möglich

Als PSK hat das Wissenschaftsteam um Bohnet-Joschko Fälle definiert, die unter guten Bedingungen ohne Krankenhauseinweisung im Pflegeheim behandelt werden könnten.

Nach einer Analyse, mit welchen Diagnosen betroffene Personen am häufigsten eingewiesen werden und welche davon vermeidbar wären, hat das Team insgesamt 58 PSK in einem Katalog mit dem jeweiligen Präventionspotenzial aufgelistet.

Handlungsempfehlungen 

Welche strukturellen Maßnahmen und Konzepte sich eignen, um PSK künftig zu vermeiden, haben die Projektpartner anschließend in mehreren Fallbeispielen sowie Handlungsempfehlungen zusammengeführt. Sie beziehen sich z. B. auf Infrastruktur und interne Prozesse in Einrichtungen, Kooperations- und Kommunikationsstrukturen sowie rechtliche Rahmenbedingungen und Vergütungsstrukturen.

Projektpartner sind die Universität Witten/Herdecke, der Forschungs- & Innovationsverbund an der Evangelischen Hochschule Freiburg, der Verein Pflege sowie das Unternehmen Optimedis.

Die beteiligten Krankenkassen waren die AOK Rheinland/Hamburg, AOK-Baden-Württemberg, AOK-Rheinland-Pfalz/Saarland, BARMER, DAK-Gesundheit und BKK Werra-Meissner.

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