Um das Warten vor einer Operation für Patienten erträglicher zu gestalten, helfen schon wenige einfache Maßnahmen. Das hat Pflegewissenschaftler German Quernheim von der Universität Witten/Herdecke herausgefunden. Werden Patienten aus ihrer Sicht zuverlässig, rechtzeitig und nachvollziehbar informiert, so würden sogar ausgeprägte OP-Verzögerungen toleriert.
Zu einem professionellen Umgang mit wartenden Patienten gehört:
- Gründe für Wartezeiten benennen
Wartende Patienten sollten über die Ursachen für die Verzögerung und die voraussichtliche Wartezeit aufgeklärt werden. Patienten, die mehr über die geplanten Abläufe wissen, reagieren gelassener auf Verschiebungen. - Anregungen für die Wartezeit geben
Bewegungs- oder Ablenkungsprogramme im Rahmen der OP-Vorbereitung lassen Wartezeiten gar nicht erst entstehen, lindern sorgenvolle Gedanken und entspannen die Situation. - Angehörige einbinden
Flexible Besuchszeiten von Angehörigen lenken den Patienten ab und lindern die emotionale Achterbahnfahrt vor der Operation. - Nüchternzeiten anpassen
Nüchternzeiten sollten an aktuelle Anästhesie-Empfehlungen angepasst werden. Demnach kann etwa bei Hüft- oder Knieoperationen bis zwei Stunden vorher noch getrunken und bis sechs Stunden vorher gegessen werden, anstatt die Patienten seit dem Vorabend nüchtern zu lassen.
Ein professionelles Informationsmanagement sei allerdings nicht nur zwischen Patient und Klinik wichtig, sondern auch zwischen OP- und Stationsmitarbeitern sowie Ärzten und Pflegenden, betont Quernheim.
Lesenswerter Artikel über den Umgang mit wartenden Patienten