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Isfort fordert mehr Personal in der Intensivpflege

Die Personalausstattung auf Intensivstationen muss deutlich verbessert werden, um die Patientensicherheit künftig weiterhin gewährleisten zu können. Dafür hat der stellvertretende Vorstandsvorsitzende des Deutschen Instituts für angewandte Pflegeforschung (DIP), Michael Isfort, plädiert. 

Der Pflegewissenschaftler verwies dabei am Freitag auf dem Deutschen Fachpflegekongress | OP-Tag in Münster auf die Ergebnisse einer Online-Befragung des DIP. Demnach arbeiteten Pflegende auf Intensivstationen permanent "am Limit". So seien auf Intensivstationen mehrheitlich Pflegeschlüssel von tagsüber eins-zu-drei- und nachts eins-zu-vier die Regel, während die Personalausstattung in den Nachbarländern Schweiz und Österreich deutlich besser sei. Zudem können laut Studie Pausenzeiten meist nicht eingehalten werden und nur 3,7 Prozent der Befragten hätten geäußert, dass es einen Springerpool in ihren Häusern gebe, der wirksam Personalengpässe bei Krankheitsphasen auffange.

Wer immer am Limit arbeite, mache Fehler und könne seine Arbeit nicht mehr durchdenken, resümierte Isfort. Patientensicherheit müsse aber das "oberste Gebot der Versorgung" sein. Auf jeder Intensivstation müsse daher ermöglicht werden, dass ein Pflegender pro Schicht nicht mehr als zwei Patienten betreue. Angesichts der Studienergebnisse und der seit Jahren zu beobachtenden Personalentwicklung zulasten der Pflege begrüßte Isfort die Absicht der Bundesregierung, Personaluntergrenzen einzuführen. Es sei nun jedoch abzuwarten, wie sich dieses Thema unter einer neuen Koalition entwickle.

In einer anschließenden Podiumsdiskussion bezeichnete der Pflegedirektor des Universitätsklinikums Münster, Thomas van den Hooven, die "pauschale Befürwortung" von Personaluntergrenzen in der Pflege als nicht zielführend, etwa weil sie zu Fehlentwicklungen führen könnten. Van den Hooven plädierte für eine „nachhaltige Lösung“ aus der Berufsgruppe der Pflege heraus, etwa in Form von Pflegekammern. Auf die Politik allein dürften Pflegende nicht zu sehr vertrauen.

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