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Deutscher Pflegetag 2019

Das ist nötig, um die Pflege aus der Krise zu führen

Der Pflegeberuf befinde sich in der Krise. Um die Rolle der Pflege zu stärken und einen Weg aus dieser Krise zu finden, seien vielfältige Änderungen nötig, die Politik und Arbeitgeber angehen müssten. Das betonte  der Präsident des Deutschen Pflegerats (DPR), Franz Wagner, am Donnerstag im Rahmen der Pressekonferenz zum Deutschen Pflegetag 2019. "Beim Pflegeberufegesetz wurden Kompromisse gemacht, die uns nun als Hemmnisse bei der Umsetzung einholen", sagte Wagner. Um hier die richtigen Wege zu beschreiten, stellte er 4 Forderungen auf:

1. Versorgung strukturell und inhaltlich den veränderten Anforderungen anpassen

Politik und Arbeitgeber müssten für eine bessere Organisation der Arbeit sorgen durch

  • Reduzierung des bürokratischen Aufwands auf ein Minimum
  • Bessere technische Ausstattung
  • Konzentration auf pflegerische Aufgaben
  • Moderne Arbeitszeitmodelle
  • Verlässlichere Dienstplanmodelle
  • Gesundheitsförderung am Arbeitsplatz
  • Intensivierte Personalentwicklung und -bindung

2. Aufgabenverteilung und Rollen der Akteure neu regeln

Das hohe Potenzial der Pflegenden würde häufig unterschätzt und durch überholte berufs- und leistungsrechtliche Vorgaben begrenzt, so Wagner. Professionelle Pflege könne Gesundheitsversorgung und Prävention gerade in heute unterversorgten Bereichen oder bei schwer erreichbaren Zielgruppen verbessern. Dafür bedürfe es entsprechender berufs- und leistungsrechtlicher Regelungen.

3. Investition in Ausbildung und auch in hochschulische Ausbildung
Wagner forderte anstelle einer Absenkung der Qualifikationsanforderungen "gestufte Qualifikationsniveaus", um sowohl den Einstieg in das Berufsfeld als auch den Aufstieg innerhalb dessen zu ermöglichen. Angesichts steigender Anforderungen im Beruf sieht Wagner die mit dem neuen Pflegeberufegesetz geschaffene Möglichkeit, regelhaft über ein Hochschulstudium den Beruf zu erlernen, als eine wichtige Ergänzung der pflegerischen Berufsqualifikation. Für einen Einsatz von Studienabsolventen seien noch geeignete Versorgungkonzepte und Stellenangebote nötig. Für "spezifische Aufgaben" fehle es noch an klinisch orientierten Masterstudiengängen. Dafür brauche es Investitionen in den Qualifizierungsweg, in eine zu schaffende Praktikumsvergütung Studierender, die Refinanzierung der Praxisanleitung und die Hochschulen selbst.

4. Attraktivität der Arbeitsplätze erhöhen durch mehr Personal, bessere Organisation der Arbeit, qualifizierte Führung und eine angemessene Bezahlung
"Pflege an sich ist ein phantastischer Beruf mit vielen Facetten und beinahe unendlichen Entwicklungschancen in einer langen Berufskarriere" sagte Wagner. Um junge Menschen zu begeistern und Aussteiger zurückzuholen, seien Rahmenbedingungen grundsätzlich und nachhaltig zu verbessern.

Wagner betonte, ein erster Schritt, um die Belastung der Pflegenden zu verringern sei eine bessere Personalausstattung mit 100.000 zusätzlichen Stellen. "Diese Zielvorgabe wäre das richtige und entscheidende Signal für eine Trendwende." Erforderlich sei ein Personalbemessungsverfahren in allen Versorgungssektoren, "das sich am Versorgungsbedarf der betroffenen Menschen orientiert", mahnte der DPR-Präsident. Denn ansonsten griffen die gesetzlichen Veränderungen zu Pflegepersonal im Krankenhaus nicht nur zu kurz, sondern liefen im Falle der Pflegepersonaluntergrenzen "sogar Gefahr, das Gegenteil zu erreichen".
Pflegende erwarteten eine angemessene Vergütung ihrer Arbeit. Angesichts Verantwortung und Belastung müssten sie "deutlich besser verdienen", so Wagner weiter.

"Gute Führung ist ein wichtiger Baustein." Pflegerischer Sachverstand in der Person der Pflegedienstleitung sei auf der obersten Führungsebene zu verankern.

 

 

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