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Intensivpflege

"Personaluntergrenzen sind inadäquates Mindestmaß"

Die Deutsche Gesellschaft für Internistische Intensivmedizin und Notfallmedizin (DGIIN) warnt davor, die geplanten Personaluntergrenzen in der Pflege als allgemeinen Pflegeschlüssel zu betrachten. Sie seien nicht nur ein unterstes, sondern auch ein inadäquates Mindestmaß. Deshalb plädierte die DGIIN am Mittwoch in Berlin für freiwillig verbesserte Untergrenzen auf Intensivstationen.

Erst im Oktober war bekannt geworden, dass die Vorgaben für die Intensivmedizin gesenkt werden sollen: Statt einem Verhältnis von 2 Patienten zu 1 Intensivpflegefachperson am Tag beziehungsweise 3 zu 1 in der Nacht soll ein Verhältnis von 2,5 zu 1 und 3,5 zu 1 gelten.

Gefahr: allgemeiner Betreuungsschlüssel statt Mindestvorgabe

"Wir sehen hier die Gefahr, dass dieses Verhältnis als allgemeiner Betreuungsschlüssel und nicht als Mindestvorgabe missbraucht wird. Zudem ist dieser Schlüssel für die Betreuung schwerstkranker Patienten aus qualitativer Sicht inadäquat", sagte der Past Präsident der DGIIN, Reimer Riessen.

Die durchschnittliche Besetzung der Intensivstationen mit Pflegepersonal liegt nach einer Umfrage der DGIIN sogar über der nun gesetzten Mindestgrenze, womit nach Ansicht der Fachgesellschaft im schlimmsten Fall ein Anreiz zum weiteren Personalabbau gesetzt werde.

"Um eine ausreichende intensivmedizinische Versorgung zu gewährleisten, appellieren wir an alle Krankenhäuser mit Intensivstationen, keinen Personalabbau zu betreiben und den Pflegeschlüssel freiwillig bei einem Pflegenden auf zwei Patienten am Tag und bei einem Verhältnis von 1 zu 2,5 in der Nacht festzulegen", so der Präsident elect der DGIIN, Christian Karagiannidis.

Vermehrte Bettensperrungen in der Intensivpflege

Nach Angaben der Fachgesellschaft müssen auf rund 3/4 der deutschen Intensivstationen vermehrt Betten gesperrt werden, in 22 % der Fälle sogar täglich. Auch Intensivpflegende an der Medizinischen Hochschule Hannover haben in dieser Woche auf die prekäre Situation hingewiesen.

"Wir fordern die Krankenhäuser und die Politik auf, Ausbildungskapazitäten maximal zu steigern und vollständig zu refinanzieren", so Karagiannidis.

Bereits Anfang September wies die Gesellschaft auf unzureichende Regelungen in der Diskussion um eine Mindestbesetzung von Pflegenden auf Intensivstationen hin.

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