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Studie

Ausländische Pflegende oft mit Rassismus konfrontiert

Pflegefachpersonen mit Migrationshintergrund haben einer Studie zufolge schlechtere Arbeitsbedingungen als ihre Kollegen. Wie eine internationale Vergleichsstudie der Hans-Böckler-Stiftung herausgefunden hat, machen ausländische Pflegende häufiger unbezahlte Überstunden als ihre deutschen Kollegen. Außerdem putzen sie häufiger in den Zimmern der Bewohner und fühlen sich abends eher körperlich erschöpft.

Besonders deutlich unterscheide sich der Umgang von Pflegebedürftigen und deren Familien mit Pflegenden, die erkennbar aus osteuropäischen Ländern stammten, heißt es in der Studie. Sie berichteten deutlich häufiger als Deutsche, dass sie von Bewohnern und Angehörigen kritisiert werden oder körperlicher Gewalt ausgesetzt sind. Auch mit ausländerfeindlichen Kommentaren werden sie konfrontiert.

Im Kollegenkreis würden ausländische Mitarbeiter deutlich seltener an Absprachen beteiligt als deutsche. Nur 14 Prozent der zugewanderten Pflegefachpersonen berichteten von täglichen Besprechungen mit den Vorgesetzten, unabhängig von ihrer beruflichen Qualifikation. Währenddessen erzählten 37 Prozent der deutschen Mitarbeiter bei der Befragung von solchen Gesprächen mit ihren Chefs.

"Das hat durchaus auch mit Rassismus und Vorurteilen zu tun", sagte Studienautorin Hildegard Theobald in der vergangenen Woche der Süddeutschen Zeitung. Die Professorin der Universität Vechta hat in den vergangenen acht Jahren identische Untersuchungen in Schweden, Japan und weiteren Ländern vorgenommen. Die besondere Härte für Pflegende mit Migrationshintergrund sei vor allem ein deutsches Problem, sagt sie. In Schweden konnte Theobald keine Ungleichbehandlung feststellen, die dasselbe Ausmaß wie in Deutschland erreichte, obwohl hier schon lange geflüchtete Menschen in den Heimen arbeiten.

In Deutschland wird es für Migranten besonders dann schwierig, wenn sie auch noch eine schlechtere Berufsausbildung haben, also zum Beispiel nur als Pflegehelfer arbeiten statt als Pflegefachperson. Dies verstärke ihre Probleme zusätzlich, so Theobald. Deutschstämmige Pflegehelfer spürten diese Formen der Ungleichbehandlung weniger.

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