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Kongress Klinische Pflege: Isfort fordert mehr Investitionen in Forschung

Der Pflegeforschung fehlen Daten für eine effektive Weiterentwicklung der Pflege am Patientenbett. Um das zu ändern, müsse mehr in Forschung investiert werden, forderte Michael Isfort vom Deutschen Institut für angewandte Pflegeforschung am vergangenen Freitag auf dem ersten Kongress Klinische Pflege an der Uniklinik Köln. So müssten im Rahmen eines "Masterplan Pflege" unter anderem 500 Millionen Euro für 20.000 primärqualifizierende Studienplätze sowie Versorgungskonzeptforschung, Technologieforschung und Forschungsschwerpunkte in der klinischen Praxis zur Verfügung gestellt werden.

Aktuell müsse Deutschland die Konsequenzen aus 15 Jahren fehlender Pflegeforschung tragen. Dass das ein Fehler gewesen sei, zeige ein Blick auf die Arbeit internationaler Kollegen. Hier belegten Studien die Wirkung etwa von Personaluntergrenzen. Diese Studienergebnisse könnten aber nicht einfach auf deutsche Verhältnisse übertragen werden, da es große Unterschiede in den Gesundheitssystemen gebe.

"Uns fehlen in Deutschland einfach die Daten, um bestimmen zu können, welche Outcomes mit welchen personellen Besetzungen erreicht werden können", betonte Isfort. Solche Daten würden in den Kliniken nicht systematisch erhoben.

Wichtig sei jetzt, endlich für eine solide Datengrundlage zu sorgen. Diese sei aber nur möglich, wenn in Forschung, Entwicklung und Akademisierung investiert werde.

Auch die anderen Teilnehmer des Kongresses betonten, wie wichtig es sei, dass Forschung und Praxis enger zusammenrückten.

"Praktiker kennen die Fragestellungen, die für eine gute Patientenversorgung von Bedeutung sind. Wissenschaftler dagegen haben die Kompetenz, konkrete Forschungsfragen in Studien umzusetzen", begründete die Pflegedirektorin der Uniklinik Köln, Vera Lux. Nur ein enger Austausch stelle sicher, dass die Ergebnisse der Pflegeforschung einen direkten Nutzen für die Praxis hätten und am Ende auch tatsächlich zu einer besseren Patientenversorgung führten. "Dafür muss einerseits die Pflegeforschung näher an die Praxis rücken und andererseits muss sich die Praxis mehr für Forschungsergebnisse interessieren", so Lux weiter.

Was Isfort außerdem zu Personaluntergrenzen gesagt hat und was Forschung konkret für die Praxis erzielen kann, lesen Sie im ausführlichen Kongressbericht.

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