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  • 24.08.2017

Pflegekammer Niedersachsen

"Es gibt keine Alternative zur Pflegekammer"

In Niedersachsen stehen im Oktober vorgezogene Parlamentswahlen an. Im Fall eines Wahlsiegs von CDU und FDP drohen die bisherigen Bemühungen um eine Pflegekammer umsonst gewesen zu sein. Dazu die Einschätzungen von Katrin Havers, Vorsitzende des Errichtungsausschusses der Pflegekammer Niedersachsen. 

Frau Havers, wie bewerten Sie die Entwicklungen im Land hinsichtlich der Zukunft für eine Pflegekammer? 

Es ist vom heutigen Tag aus betrachtet schwierig, das zu bewerten. Es kommt letztlich auf die Regierungsbildung an. Die aktuellen Umfragewerte von Infratest dimap zeigen, dass die Bildung der neuen Regierung eine Herausforderung werden wird. Eine Koalition aus CDU und FDP würde zum jetzigen Zeitpunkt, laut Umfrage, keine eindeutige Mehrheit erreichen. Es ist also alles sehr vage. Die Ankündigung der CDU, das Gesetz rückgängig machen zu wollen, bereitet uns selbstverständlich Sorge. Wir verlieren uns jedoch im Moment nicht in Spekulationen, sondern warten ab, wie die Wahl am 15. Oktober ausgehen wird.

Was erwarten Sie von der neuen Landesregierung? 

Der Errichtungsprozess muss aus meiner Sicht weitergeführt werden, sodass im Frühjahr 2018 die Wahlen zur ersten Kammerversammlung stattfinden können und die Pflegekammer Niedersachsen ihre Arbeit aufnehmen kann. Sollte es zu einem Regierungswechsel kommen, wünschen wir uns einen konstruktiven und offenen Austausch mit der neuen Regierung. Für mich gibt es keine alternative Interessenvertretung zur Pflegekammer. Sie bringt durch ihre Rechtsform, die Pflichtmitgliedschaft und ihr Aufgabenprofil alle Voraussetzungen mit, um den Pflegeberuf maßgeblich weiterzuentwickeln und die Position der Pflegenden gegenüber der Öffentlichkeit, der Politik und im internationalen Vergleich zu stärken. 

Was unternehmen Sie, wenn die Pflegekammer gestoppt werden soll? 

Dazu beziehe ich Stellung, wenn es wirklich dazu kommen sollte. Alles andere halte ich heute für unüberlegt, verhärtet im Zweifelsfall die Fronten und führt unter Umständen dazu, dass konstruktive Gespräche mit einer neuen Regierung nicht geführt werden können. 

Vielen Dank für das Gespräch, Frau Havers. 

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