• 31.03.2022
  • Forschung
Nursing Research Office

Anlaufstelle für Forschende

Was das Universitätsklinikum Augsburg mit seinem neu geschaffenen Nursing Research Office bezweckt.

Die Schwester Der Pfleger

Ausgabe 4/2022

Seite 44

Das Universitätsklinikum Augsburg hat mit dem Nursing Research Office eine zentrale Einrichtung geschaffen, um pflegerische Forschungsvorhaben in der klinischen Praxis optimal zu unterstützen.

 

 

Die Stabsstelle Pflegewissenschaft und -entwicklung am Universitätsklinikum Augsburg (UKA) ist in verschiedene Bereiche untergliedert. Hierzu zählen u. a. Theorie-Praxis-Transfer, Fragestellungen aus der Pflegepraxis, pflegesensitive Outcomes sowie Pflegeforschung.

Struktur durch Forschungsmappe

Die Stabsstelle hat es sich zum Ziel gesetzt, der gestiegenen Nachfrage an pflegerischen Forschungsvorhaben bzw. Qualifikationsarbeiten gerecht zu werden. Um den Forschenden Orientierung und Struktur zu bieten, haben die Mitarbeiterinnen der Stabsstelle eine digitale Forschungsmappe entwickelt, die sich an der „Handreichung für Qualifikationsarbeiten in der klinisch pflegerischen Versorgung“ des Verbandes der Pflegedirektorinnen und Pflegedirektoren der Unikliniken [1] orientiert. Adressaten dieses Tools sind alle Personen, die im Pflege- und Funktionsdienst forschend tätig werden möchten, z. B. Studierende, hochschulisch qualifizierte Pflegende und weitere forschungsinteressierte Personen. Die Forschungsmappe in Form einer Excel-Datei enthält zunächst Empfehlungen, welche Kriterien beim wissenschaftlichen arbeiten in der klinischen Pflegepraxis zu berücksichtigen sind. Die einzelnen Arbeitsblätter sind von der forschenden Person zu befüllen. Bestandteile der Forschungsmappe, die durch das Forschungsvorhaben führen sollen, sind: Exposé, Datenschutz, ethische Prüfung, Personalrat, Gantt-Diagramm, Statusberichte und Abschlussbericht.

Die Forschungsmappe gibt zudem einen Workflow und Rollendefinitionen für die einzelnen Beteiligten am Forschungsvorhaben vor. Auf diese Weise soll eine korrekte, stringente und für alle Beteiligten transparente Vorgehensweise erreicht werden. Die Arbeitsblätter der Forschungsmappe sind miteinander verlinkt, sodass sich wiederholende Aspekte nicht extra eingefügt werden müssen.

Ebenfalls gibt die Forschungsmappe vor, welcher Weg bei der zu beforschenden Personengruppe – Patientinnen und Patienten, Angehörige, Mitarbeitende – zu beachten ist. Hierzu müssen die Forschenden Angaben zum Datenschutz und zur ethischen Prüfung machen. Die Forschungsmappe gibt, vordefiniert je nach Angaben der forschenden Person, eine Empfehlung zur Prüfung durch eine Ethikkommission oder nicht. Wenn Erhebungen auf Mitarbeitende fokussieren, ergibt sich aus der Funktionalität der Forschungsmappe, den Personalrat zu involvieren.

Beratung und Unterstützung

Um Forschende künftig noch besser unterstützen zu können, hat die Stabsstelle ein Nursing Research Office (NRO) gegründet, das an das Thema Pflegeforschung angegliedert ist. Die konkrete Benennung und das Sichtbarmachen dieser Anlaufstelle sollen Forschenden signalisieren, dass eine Unterstützung von Forschungsvorhaben und Qualifikationsarbeiten nicht nur möglich, sondern ausdrücklich gewollt ist.

Zwei Mitarbeiterinnen der Stabsstelle sind für die Beratungszeit und anschließende Begleitung im Rahmen des NRO freigestellt. Die Forschungsmappe wird nach wie vor als wichtiges Instrument genutzt, das der Orientierung und Stukturierung dient. Das NRO vermittelt entsprechende Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner in der operativen Ebene, beispielsweise im Pflegemanagement, oder Expertinnen und Experten im jeweiligen Forschungsfeld.

Im NRO werden alle Forschungsvorhaben gesammelt, um sie künftig in einem jährlichen Symposium vorzustellen. Auf diese Weise sollen Publikationen und eine gezielte Verwertung der Forschungsprojekte angeregt und umgesetzt werden.

Für den künftigen primärqualifizierenden Studiengang Pflege an der Medizinischen Fakultät der Universität Augsburg wird das NRO beste Voraussetzungen für Forschungsvorhaben in der Pflegepraxis bieten.

Das NRO versteht sich als zentrale Anlaufstelle für wissenschaftliche Untersuchungen innerhalb der Pflege am UKA. Dabei sind die Überführung von Fragen aus der Praxis wie auch die Einbettung von Erkenntnissen in die Praxis elementar für die professionelle Pflege.

[1] Netzwerk Pflegeforschung des VPU. Handreichung für Qualifikationsarbeiten in der klinisch pflegerischen Versorgung. Verband der Pflegedirektorinnen und Pflegedirektoren der Universitätskliniken und Medizinischen Hochschulen Deutschlands e. V. (Hrsg.); 2020

Autor

Weitere Artikel dieser Ausgabe

WEITERE FACHARTIKEL AUS DEN KATEGORIEN