• 12.11.2024
  • PflegenIntensiv
OP-Vorbereitungseinheit

Keine Umwege mehr

PflegenIntensiv

Ausgabe 4/2024

Seite 78

Das Krankenhaus Spremberg hat eine neue Station eingerichtet, die ausschließlich dazu dient, Patienten auf Operationen vorzubereiten und ambulante Patienten nachzuversorgen.

Das Spremberger Krankenhaus ist unverzichtbarer Teil der Gesundheitsversorgung in der Niederlausitz. Die neue Station ist eine OP-Vorbereitungseinheit, die die beiden zuvor hälftig ausgelasteten Chirurgiestationen zu einer interdisziplinären Station mit zwei Bereichen zusammenlegt. Dieser Ausbau soll eine effektivere Nutzung der vorhandenen Kapazitäten ermöglichen und das Angebot für ambulante Eingriffe erweitern.

Der erste Bereich umfasst Aufklärungs- und Narkosesprechstunden, Labor- und EKG-Unter­suchungen sowie die Terminvergabe für Operationen. Im zweiten Bereich werden sowohl stationäre als auch ambulante OP-Patientinnen und -Patienten auf­genommen, vorbereitet und bei ambulanten Eingriffen nachbetreut. Patienten werden auf dieser Station von demselben Team betreut, das sie bereits beim ersten Aufenthalt kennengelernt haben. Dies schafft Vertrauen und Kontinuität in der Patientenbetreuung. Nach einem ambulanten Eingriff kehren die Patienten in den ambulanten Bereich zurück, stationäre Patienten hingegen kommen direkt auf die entsprechende Station.

Eine geschickte Personalsynergie setzt das Team, bestehend aus medizinischen Fachangestellten (MFA) und Pflegefachpersonen, effizient ein: Vormittags arbeiten die Teammitglieder im OP-Vorbereitungs­bereich, nachmittags in den Sprechstunden. Diese flexible Einsatzplanung ermöglicht es, Personalressourcen optimal zu nutzen und gleichzeitig eine hohe Qualität in der Patientenbetreuung sicherzustellen.

Ein Konzept, viele Vorteile

Die Bündelung aller notwendigen Schritte an einem Ort, die kontinuierliche Betreuung durch dasselbe Team und die optimierten Abläufe tragen zu einem schnelleren und reibungsloseren Prozess bei, der sowohl den Patienten als auch dem ärztlichen und pflegerischen Personal zugutekommt.

Diese Effizienz entsteht vor allem dadurch, dass die Einheit direkt am OP-Bereich angesiedelt ist. Der OP-Aufnahmeprozess, der früher auf der Normal­station erfolgte, ist nun optimiert. Patienten müssen nicht mehr im Bett warten, da alle Abläufe genau durchgeplant sind. Dies kommt auch ambulanten Patienten zugute, da sie quasi direkt zum OP-Tisch gehen können. Dies verkürzt die Wartezeiten und verbessert den gesamten Ablauf des OP-Prozesses.

Darüber hinaus werden die Pflegefachpersonen auf den Stationen deutlich entlastet. Sie können sich verstärkt auf die allgemeine Grundversorgung konzentrieren. Dies führt zu einem besseren Bettenmanagement und erleichtert die Planung. Wirtschaftlich gesehen sind die Operationen planungssicherer und effizienter, da die Patienten entsprechend vorbereitet sind und sich räumlich nahe am OP befinden. Mit der eigenen Station lassen sich Wechselzeiten eher einhalten, ohne den normalen Stationsbetrieb zu beeinträchtigen.

Ambulant und stationär vollständig trennen

Das Krankenhaus will die Effizienz und die Qualität der medizinischen und pflegerischen Versorgung nicht nur punktuell, sondern kontinuierlich steigern. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf der Verbesserung der Einbestelllogistik. Ziel ist es, die gleichzeitige Ankunft aller Patienten zu vermeiden, um einen reibungsloseren Ablauf und kürzere Wartezeiten zu gewährleisten. Ein weiterer Bestandteil der Erweiterungspläne ist die Nachbetreuung ambulanter Patienten über die OP-Vorbereitungseinheit anstelle des herkömmlichen Aufwachraums, sofern dies medizinisch möglich ist.

Ein langfristiger Plan sieht im Sinne des Trends zur Ambulantisierung die vollständige Trennung des ambulanten und stationären Operierens vor, um die Anforderungen besser berücksichtigen und Abläufe jedes Bereichs optimieren zu können.

Zur Umsetzung dieser Ziele werden drei OP-Säle vollständig ausgestattet. Diese erfüllen die höchsten Anforderungen an Luftreinheitsklassen, sodass auch komplexe Eingriffe wie die Implantation von Prothesen problemlos möglich sind. Das Krankenhaus plant Operationen in verschiedenen Fachdisziplinen, darunter primär im Bereich der Unfallchirurgie, Orthopädie, Allgemein- und Viszeralchirurgie, Gynäkologie sowie Mammachirurgie. Diese Diversifizierung soll eine umfassende medizinische Versorgung ermöglichen und das bestehende Leistungsportfolio im Sinne einer ganzheitlichen Patientenversorgung ergänzen.

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