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Forschungsprojekt

Wie Interkulturalität die Pflege verändert

Die zunehmende Beschäftigung internationalen Personals beeinflusst die Arbeits- und Organisationsabläufe in Krankenhäusern.

Ein Forschungsteam der Charité – Universitätsmedizin Berlin und der FOM Hochschule hat untersucht, ob und inwiefern zunehmende kulturelle Vielfalt die Arbeitsbedingungen einerseits und die Gesundheitsversorgung andererseits beeinflusst. Gemeinsam haben sie u. a. einen Maßnahmenkoffer entwickelt, mit dem künftig interkulturell herausfordernde Situationen im Krankenhaus besser gemeistert werden sollen.

Andere Kultur, anderer Kommunikationsstil

Denn: Die zunehmende Beschäftigung internationalen Personals beeinflusst die Arbeits- und Organisationsabläufe der Einrichtungen. Zu den Herausforderungen zählen z. B. Sprachbarrieren, differierende Ausbildungsinhalte und Vorkenntnisse, kulturelle Besonderheiten hinsichtlich Hierarchieverständnis oder Kommunikationsstil sowie eine Sensibilisierung von Führungspersonal für verschiedene kulturelle Hintergründe.

Projektleiterin Liane Schenk von der Charité sagte in der Vorwoche:

"Unser Interesse galt mitarbeiter- und organisationsbezogenen Faktoren, die dazu beitragen, interkulturell herausfordernde Situationen erfolgreich zu meistern. Unsere Überzeugung ist, dass kulturkompetentes Handeln zentrale Voraussetzung für eine bedarfsgerechte Versorgung von Migranten bzw. Post-Migranten ist."

Das Projekt "Teilhabe durch soziokulturelle Öffnung? (Post-)migrantische Fachkräfte und Patient/innen im institutionellen Wandel am Beispiel von Medizin und Pflege (ToP)" lief von Februar 2018 bis Ende Mai dieses Jahres und wurde vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert. Bislang ist das die erste Untersuchung, die den interkulturellen Ansatz differenziert für Pflege und Medizin vorgenommen hat.

Die Studie erfolgte in insgesamt 8 Versorgungseinrichtungen, 4 Krankenhäusern sowie 4 ambulanten Pflegediensten.

Anamnesebögen in verschiedenen Sprachen

Die Notwendigkeit für kultursensible Angebote werde seitens der Politik zwar wahrgenommen, entsprechende Vorschläge fehlten jedoch bislang. Der Forschungsverbund habe deshalb Vorlagen geschaffen, an denen sich Mitarbeitende für ihre Arbeit mit kulturell verschiedenen Gruppen und Personen orientieren könnten.

Das Forschungsteam entwickelte auch einen Maßnahmenkoffer, dessen Einsatz 2 Krankenhäuser auf 6 Stationen getestet haben. Neben einer Zusammenstellung von Anamnesebögen in verschiedenen Sprachen, Fragebögen, medizinischen Sprachtafeln und Piktogrammen, die in herausfordernden Kommunikationssituationen genutzt werden können, enthält der Koffer u. a. Broschüren zu Spezifika in verschiedenen Kulturen. Eine digitale Version ist in Vorbereitung.

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