Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat neue Empfehlungen zur Verbesserung der Pflegepersonalausstattung in Europa veröffentlicht. Die europäische Vertretung der WHO warnt, dass unsichere Personalausstattung in europäischen Gesundheitssystemen Patienten gefährden und Pflegefachpersonen aus dem Beruf treiben könne. Zu wenig Personal führe nach WHO‑Angaben zu höherer Patientenmortalität, Qualitätsverlust und psychischen Belastungen bei Pflegenden. "Die Risiken für Patienten steigen – ebenso wie Stress, Verletzungen und psychische Belastungen beim Personal", berichtete die WHO kürzlich.
Bereits 2022 sprach die WHO von einer "tickenden Zeitbombe" angesichts des drohenden Mangels an fast einer Million Gesundheitsfachpersonen bis 2030.
Nursing Action: Maßnahmen für bessere Arbeitsbedingungen
Im Rahmen des EU‑geförderten Projekts "Nursing Action" stellt die WHO eine Reihe konkreter Maßnahmen vor, die EU‑Staaten bei Rekrutierung, Bindung und Unterstützung von Pflegefachpersonen unterstützen sollen. Nursing Action soll laut WHO dazu beitragen, "Maßnahmen zu entwickeln, um mehr Studierende und Berufstätige in der Mitte ihrer Karriere für den Pflegeberuf zu gewinnen" sowie Strategien zur Bindung bereits tätiger Pflegekräfte zu stärken.
Zu den zentralen Aktivitäten gehören nationale Dialogprozesse, Mentoring‑Programme, länderübergreifender Austausch und die Verbesserung von Arbeitsbedingungen, mentaler Gesundheit und Karrierechancen.
Acht WHO‑Prioritäten für sichere Personalausstattung
In einem Policy‑Brief nennt die WHO acht politische Kernmaßnahmen, die Mitgliedstaaten umsetzen sollen, um Pflegepersonal zu schützen und die Versorgung zu stabilisieren. Dazu gehören:
- Pflege als sicherheitskritischen Bereich behandeln,
- Systemkomplexität realistisch managen,
- langfristige Zusammenarbeit aller Akteure,
- verlässliche Datengrundlagen schaffen,
- Monitoring und klare Verantwortlichkeiten stärken,
- zielgerichtete Investitionen ermöglichen,
- qualitativ hochwertige Aus‑ und Weiterbildung sichern,
- Pflegeführung stärken.
Die WHO betont, dass sichere Personalausstattung "kein Luxus" sei, sondern entscheidend für die Patientensicherheit und das Wohlbefinden der Pflegenden selbst.