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Hochschulmedizin

VPU fordert Pflegedirektion im Klinikvorstand

Der VPU fordert eine gesetzliche Verankerung der Pflegedirektion als gleichberechtigtes Vorstandsmitglied an Universitätskliniken. Pflege müsse strategisch mitentscheiden.

Der Verband der Pflegedirektorinnen und Pflegedirektoren der Universitätskliniken und Medizinischen Hochschulen Deutschlands (VPU) fordert, die Pflegedirektion gesetzlich als gleichberechtigtes Mitglied in den Vorständen von Universitätskliniken und Medizinischen Hochschulen zu verankern. Pflege müsse dort vertreten sein, wo über Strategie, Personal und Versorgungsqualität entschieden werde. Das teilte der VPU in einer Stellungnahme am Dienstag anlässlich des Regierungsentwurfs zur Novellierung des Niedersächsischen Hochschulgesetzes mit.

Forderung nach verbindlicher Vorstandsrolle

Konkret verlangt der VPU, die Pflegedirektion als eigenständiges Ressort mit Sitz und Stimmrecht in den Vorständen festzuschreiben – neben Forschung und Lehre, Krankenversorgung sowie Wirtschaftsführung und Administration. Der aktuelle Gesetzentwurf sehe diese Rolle nicht vor und weise damit aus Sicht des Verbands eine strukturelle Lücke auf.

"Die professionelle Pflege ist auf Vorstandsebene bislang nicht als eigenständiger und gleichberechtigter Verantwortungsbereich verankert", heißt es in der Stellungnahme. Dabei trage Pflege zentrale Verantwortung für Patientensicherheit, Versorgungsqualität und Personalentwicklung.

Pflege als strategischer Faktor

Der VPU verweist darauf, dass Pflegefachpersonen nahezu alle relevanten Qualitätsdimensionen der Krankenhausversorgung beeinflussen – von Infektionsprävention über Verweildauern bis hin zur interprofessionellen Koordination. Entsprechend sei pflegefachliche Expertise in strategische Entscheidungen einzubinden.

"Wer Spitzenmedizin will, muss auch die Leitungsstrukturen konsequent interprofessionell aufstellen", betonte VPU-Vorstandsvorsitzender Torsten Rantzsch. Es sei "nicht mehr zeitgemäß, pflegefachliche Expertise nur nachgelagert zu organisieren, anstatt sie dort einzubinden, wo die strategischen Entscheidungen getroffen werden".

Gesetzliche Änderung gefordert

In seiner Stellungnahme zum Gesetzentwurf fordert der Verband eine Ergänzung der vorgesehenen Vorstandsressorts um ein Ressort Pflege. Dieses solle mit klarer Zuständigkeit sowie Ressourcen- und Budgetverantwortung ausgestattet sein.

"Eine moderne, leistungsfähige und zukunftsorientierte Hochschulmedizin ist ohne gleichberechtigt eingebundene pflegerische Führung nicht mehr zeitgemäß", so Rantzsch. Der VPU habe seine Position an die politischen Entscheidungsträger übermittelt und spricht sich für eine verbindliche Regelung auf gesetzlicher Ebene aus.

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