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Debatte über Impfpflicht

Vogler: "Fokus weg von Pflegenden"

DPR-Präsidentin Vogler diskutierte u. a. mit der Vorsitzenden des Deutschen Ethikrats und dem Präsidenten des Weltärztebunds bei Anne Will über eine Impfpflicht für alle oder bestimmte Berufsgruppen.

Die mittlerweile vierte Corona-Welle rollt über Deutschland, die Zahl der Corona-Neuinfektionen steigt wieder rasant an, die Impfquote hingegen nur langsam. Grund genug für Anne Will in ihrer Sendung (ARD) am Sonntagabend zu fragen: "Corona-Neuinfektionen auf Höchststand – braucht Deutschland eine Impfpflicht?". Bereits in den vergangenen Tagen hatte die Diskussion um eine Impfpflicht speziell für Pflegepersonal wieder an Fahrt aufgenommen.

Pflegende nicht an Pranger stellen

Die Präsidentin des Deutschen Pflegerats (DPR), Christine Vogler, wiederholte in der ARD, der DPR sei gegen eine Sonder-Impfpflicht für Pflegende, weil dann nur eine bestimmte Berufsgruppe am Pranger stehe. Sie verdeutlichte:

"Wir werden als Deutscher Pflegerat keine Impfpflicht einfordern können nur für Pflegende. Wir wollen die Impfpflicht für alle."

In der Debatte um eine Impfpflicht müsse dabei der Fokus weg von den Pflegenden und auf die Einrichtungen selbst gelegt werden. Das betreffe Krankenhäuser genauso wie Pflege- und Rehabilitationseinrichtungen, Kitas und Schulen.

Buyx: Verantwortung der Pflegenden zu groß

Die Professorin für Medizinethik und Vorsitzende des Deutschen Ethikrats, Alena Buyx, erläuterte, eine allgemeine Impfpflicht sei verfassungsrechtlich nur schwer durchzusetzen, eine Impfpflicht für eine Berufsgruppe wie Pflegefachpersonen allerdings sinnvoll. Zu groß sei die Verantwortung der Pflegenden, zu intensiv der Kontakt mit Patientinnen und Patienten, als dass man sich hier allein auf regelmäßige Tests verlassen könne.

Primär während einer Pandemie sei Impfen nicht nur Privatsache, sondern helfe v. a. auch der Allgemeinheit.

Um jene Personen zu erreichen, die bislang eine Impfung gegen SARS-CoV-2 ablehnten, müsse neben Aufklärung verstärkt über geeignete Anreize nachgedacht werden, so Buyx weiter, – vielleicht sogar über Geldprämien. 

Montgomery: Impfen in Pandemiezeiten keine Privatsache

Der Präsident des Weltärztebunds, Frank Ulrich Montgomery, sprach in der Sendung von einer "Tyrannei der Ungeimpften, die über zwei Drittel Geimpfte bestimmen und uns diese ganzen Maßnahmen aufoktroyieren". Er kritisierte zudem, dass sich die Politik schon viel zu früh darauf festgelegt hat, dass es keine Impfpflicht geben würde. In absehbarer Zeit, so Montgomery, sei aber genau das notwendig – vielleicht nur in bestimmten Regionen, bei bestimmten Berufsgruppen, vielleicht aber auch in ganz Deutschland.

Zwar könnten auch Geimpfte das Virus weitergeben. Aber laut Montgomery lägen diese Impfdurchbrüche im Bereich von nur rd. 2 Promille. Auch er betonte, Impfen sei fast nie Privatsache und in einer pandemischen Situation schon gar nicht.

"Die freie Entscheidung, sich nicht impfen zu lassen, hat einen Effekt auf andere."

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