In Österreich ist die geplante Arzneimittelverordnung durch Pflegefachpersonen ins Stocken geraten.
Das 2024 novellierte Gesundheits- und Krankenpflegesetz berechtigt Pflegefachpersonen zur Verordnung von Arzneimitteln in den Bereichen Nahrungsaufnahme, Körperpflege sowie Pflegeinterventionen und -prophylaxen. Eine Festlegung, welche Arzneimittel ohne ärztliche Anordnung von Pflegefachpersonen verordnet werden dürfen, sollte nach Angaben des Österreichischen Gesundheits- und Krankenpflegeverbands (ÖGKV) bereits im Herbst vergangenen Jahres vorliegen.
ÖGKV mahnt rasche Umsetzung an
Der Verband kritisierte in einer Pressemitteilung von Dienstag die "anhaltende Verzögerung" und fordert zumindest die zeitnahe Veröffentlichung der Liste nicht verschreibungspflichtiger Arzneimittel als ersten Schritt.
"Wir sprechen hier von Präparaten, die Bürger:innen ohne Rezept in jeder Apotheke erwerben können. Dass qualifizierte Pflegepersonen diese im beruflichen Kontext dennoch nicht eigenständig anwenden dürfen, ist fachlich wie organisatorisch schwer nachvollziehbar", sagte ÖGKV-Präsidentin Elisabeth Potzmann. Eine "klar geregelte Medikamentenkompetenz" beschleunige Prozesse beschleunigen, verbessere die Versorgung verbessern und entlaste das Gesundheitssystem.
"Die angekündigte Liste hätte längst vorliegen müssen", so Potzmann weiter. "Stattdessen entsteht der Eindruck, dass notwendige Entwicklungen unnötig hinausgezögert werden. Die Pflege braucht endlich Planungssicherheit."
Bruckner: bestehende gesetzliche Möglichkeiten nutzen
Auch die Austrian Nursing Directors Association (ANDA) mahnte eine rasche Umsetzung an. "Für Pflegedirektor:innen ist die konsequente Nutzung der bestehenden Möglichkeiten im Gesundheits- und Krankenpflegegesetz ein zentraler Baustein eines zeitgemäßen Akutbetriebs", sagte die ANDA-Vorsitzende und Pflegedirektorin am Krankenhaus Barmherzige Brüder Salzburg, Margareta Bruckner.
"Die eigenverantwortliche Anordnung rezeptfreier Medikamente durch Pflegepersonen des gehobenen Dienstes beschleunigt Abläufe, reduziert Schnittstellenprobleme und nutzt die vorhandene Expertise optimal. Das stärkt die interprofessionelle Zusammenarbeit und führt zu einer schnelleren, effizienteren Versorgung."