Die Vereinigung der Pflegenden in Bayern (VdPB) hat eine Untersuchung in Auftrag gegeben, die den sektorenübergreifenden und regional spezifischen Bedarf an Pflegepersonal im Freistaat ermitteln soll. Beauftragt wurde dafür in einem ordentlichen Vergabeverfahren das Deutsche Institut für angewandte Pflegeforschung (DIP). In Zusammenarbeit mit der AGP Sozialforschung Freiburg startete die breit angelegte Monitoring-Studie in der vergangenen Woche zum Tag der Pflegenden.
Während der aktuellen COVID-19-Pandemie zeige sich noch deutlicher als zuvor, dass gesicherte Daten zu Bedarf und Verfügbarkeit von Pflegepersonal für eine krisenfeste Planung der Gesundheitsversorgung unerlässlich seien, teilte die VdPB zur Begründung der Analyse am Dienstag mit. Diese Daten würden zwar an zahlreichen unterschiedlichen Stellen erhoben, allerdings "nicht zentral erfasst und schon gar nicht regional differenziert ausgewertet".
Pflegerische Ressourcen in einzelnen Regionen unterschiedlich
In welchem Landkreis, in welcher Region Bayerns wird wie viel Pflegepersonal in Kliniken, der Langzeitpflege, der häuslichen Versorgung benötigt? Wie ist der aktuelle Stand, wie die Prognose? Wie ist die aktuelle Stellenbesetzung? Wie viele Pflegefachpersonen stehen zur Verfügung? Welche Entwicklung zeichnet sich anhand der demografischen Daten der Berufsgruppe in einzelnen Regionen ab? – All diese Fragen soll die Untersuchung klären helfen. Denn aktuell wisse die VdPB nur, dass die Bedarfe und die zur Verfügung stehenden pflegerischen Ressourcen in den einzelnen Regionen des Freistaats unterschiedlich seien.
"Die Studie wird wichtige Erkenntnisse liefern und uns für unsere Arbeit auch endlich relevante Antworten auf Fragen bieten, die sich schon lange und vor allem mit hoher Dringlichkeit stellen", sagte VdPB-Präsident Georg Sigl-Lehner.
Erste Ergebnisse sollen bereits 2021 auf Regionalkonferenzen in Bayern vorgestellt werden.
Die VdPB plant, das Pflegemonitoring als regelmäßige jährliche Studie zu etablieren.