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Infektionsschutz

Tuberkulose bleibt weltweit ein ernstes Problem

Tuberkulose bleibt global eine der tödlichsten Infektionskrankheiten. Neue RKI-Daten zeigen stagnierende Fortschritte und wichtige Risikofaktoren.

Die globalen Bemühungen gegen Tuberkulose (TB) kommen weiter nur langsam voran. Das geht aus aktuellen Daten der Weltgesundheitsorganisation hervor, auf die das Robert Koch-Institut (RKI) in seinem aktuellen Epidemiologischen Bulletin verweist.

Weltweit nur geringer Rückgang

2024 seien weltweit schätzungsweise 10,7 Millionen Menschen an TB erkrankt, rund 1,23 Millionen seien daran gestorben, berichtet das RKI. Trotz internationaler Strategien entspreche das lediglich einem Rückgang um ein Prozent gegenüber dem Vorjahr – und liege weiterhin über dem Niveau von 2020. TB bleibe damit die tödlichste Infektionskrankheit, die von einem einzelnen Erreger verursacht wird. Die WHO hatte im Rahmen ihrer "End TB"-Strategie eigentlich zum Ziel gesetzt, die TB-Inzidenz bis 2025 um 50 Prozent und die Sterblichkeit um 75 Prozent gegenüber 2015 zu senken. Diese Ziele seien "bisher von der Weltgemeinschaft nicht erreicht" worden. 

Deutschland: Fallzahlen rückläufig – MDR‑TB weiterhin erhöht

Deutschland zähle weiterhin zu den Niedriginzidenzländern. 2025 meldeten die Behörden 4.070 neu diagnostizierte Fälle – ein Rückgang um acht Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Beständig blieben hingegen die Erkrankungszahlen bei Kindern unter 15 Jahren, einem wichtigen Indikator für frische Infektionen. Der Anteil multiresistenter TB (MDR‑TB) bleibe mit etwa vier Prozent im internationalen Vergleich erhöht, liege aber unter den Werten der Vorjahre. 

Tuberkulose – eine vergessene Gefahr?

Mehr Hintergründe zu Risiken, Diagnostik und Versorgung finden Interessierte in unserem Fachbeitrag "Tuberkulose – eine vergessene Gefahr?"

Migration und frühe Fallfindung im Fokus

Drei Viertel der im Jahr 2025 gemeldeten Fälle beträfen Menschen, die nicht in Deutschland geboren worden seien. Die Häufigkeit der Erkrankung im Herkunftsland spiele dabei eine zentrale Rolle. Daher empfehlen WHO und das "Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten", Prävention und Screening besonders auf neu zugewanderte Menschen auszurichten. Die in derselben Bulletin-Ausgabe vorgestellte S3‑Leitlinie für TB‑Prävention bei neu Zugewanderten setze an diesem Punkt an und betone die Bedeutung früher Diagnostik. Zudem zeige die Analyse vergangener Jahre: Viele Erkrankungen werden in den ersten beiden Jahren nach Einreise diagnostiziert, ein Teil aber auch erst nach mehr als zehn Jahren. 

Bedeutung von Kontaktuntersuchungen

Ein weiteres Kerninstrument bleibe die Untersuchung von Kontaktpersonen. Eine in der Ausgabe vorgestellte Studie aus Oberbayern unterstreicht deren präventives Potenzial und hebt die Bedeutung enger Kooperation der Gesundheitsämter sowie systematischer Dokumentation hervor. 

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