Die Pflegebevollmächtige der Bundesregierung, Katrin Staffler, hat sich für Vereinfachungen bei staatlichen Unterstützungsleistungen für Pflegebedürftige ausgesprochen. Es gebe für viele einzelne Bereiche eigene Leistungen, bis hin zu kleinen Pauschalen etwa für Pflegehilfsmittel, sagte die CSU-Politikerin dem Nachrichtenportal web.de News. Die Komplexität dieses Systems überfordere viele Menschen: "Es ist für viele schlicht nicht praktikabel."
Pflegereform noch in diesem Jahr
Die Bundesregierung will das System ihren Angaben zufolge mit der Pflegereform noch in diesem Jahr vereinfachen. Statt der Vielzahl kleinteiliger Einzelleistungen solle es künftig drei oder vier flexibel nutzbare Budgets geben.
"Dazu schauen wir uns gerade an, wie sich die bisherigen Leistungen sinnvoll gruppieren lassen", sagte Staffler. "Die Vorteile wären: weniger Bürokratie, weniger Anträge, und vor allem könnten Betroffene dann viel individueller entscheiden, wofür sie die Unterstützung einsetzen."
Angehörige benötigen Pflegeberatung
Aus Sicht von Staffler müssten pflegende Angehörige vor allem zu Beginn des Pflegeprozesses besser beraten werden. Ähnlich wie junge Eltern eine Hebamme haben, bräuchten auch pflegende Angehörige eine Art Startbegleitung, so die CSU-Politikerin. "Pflegende Angehörige stehen oft völlig allein vor einer komplexen und emotional belastenden Situation. Mit einer guten Anleitung von Beginn an hätten Angehörige die nötige Starthilfe und wüssten, welche konkreten Möglichkeiten und Angebote Entlastung schaffen."
dpa