Das deutsch-dänische Projekt HospiBot hat ein modulares Robotersystem für Krankenhäuser entwickelt, das Pflegekräfte bei nicht-medizinischen Aufgaben unterstützen soll. Nach Angaben der Projektpartner übernehmen die Systeme unter anderem Transportaufgaben, unterstützen bei der Orientierung von Besuchern und kommen für nächtliche Kontrollgänge zum Einsatz.
Das Projekt wurde von der Syddansk Universitet in Odense und der Universität zu Lübeck koordiniert. Die entwickelten Robotersysteme wurden nach Angaben des Projektkonsortiums in den vergangenen drei Jahren in vier Krankenhäusern in Deutschland und Dänemark erprobt. Ende August 2026 lief das mit rund 1,68 Millionen Euro aus dem Interreg-Programm Deutschland-Dänemark geförderte Vorhaben aus.
Technik für den Krankenhausalltag
Kern des Systems ist eine autonome mobile Plattform, die mit verschiedenen Modulen kombiniert werden kann. Dazu gehört der humanoide Roboter "HuGo", der Besucher empfängt, Fragen beantwortet, den Weg weist und Personen durch das Krankenhaus begleiten kann.
Der Telepräsenz- und Sicherheitsroboter "Tele" patrouilliert nachts durch Klinikflure. Mithilfe von Wärmebild- und Radarsensoren soll er hilfsbedürftige Personen erkennen und in Notfällen Pflegekräfte alarmieren. Zudem ermöglicht das System Videoanrufe mit Mitarbeitenden.
Für logistische Aufgaben entwickelten die Projektpartner außerdem eine autonome Transportbox. Sie kann kleinere Materialien oder Gegenstände innerhalb des Krankenhauses befördern und lässt sich laut Projektangaben nur von autorisierten Beschäftigten öffnen.
Pflegekräfte von Routinetätigkeiten entlasten
Mit dem Projekt reagieren die Beteiligten auf Personalengpässe und steigende Arbeitsbelastungen in Krankenhäusern. Die Robotersysteme übernehmen keine pflegerischen oder medizinischen Tätigkeiten, sondern sollen Pflegekräfte bei Service- und Routinetätigkeiten unterstützen.
"Drei Jahre lang haben wir grenzüberschreitend zwischen Deutschland und Dänemark geforscht, entwickelt und getestet. Es lief nicht immer alles reibungslos, aber wir haben viel gelernt und wichtige Ergebnisse erzielt", sagte Projektleiter Oskar Palinko von der Syddansk Universitet.
Nach Angaben des Konsortiums wurden die Prototypen gemeinsam mit Beschäftigten in den beteiligten Krankenhäusern getestet und anhand praktischer Erfahrungen weiterentwickelt.
Leitfaden für den Einsatz von Servicerobotern
Neben der technischen Entwicklung beschäftigte sich das Projekt auch mit rechtlichen und regulatorischen Anforderungen für Robotik im Gesundheitssystem. Die Fraunhofer-Einrichtung für Individualisierte und Zellbasierte Medizintechnik (IMTE) erarbeitete dazu Empfehlungen für Krankenhäuser in Deutschland und Dänemark.
"Unser Ziel ist es, klare Leitlinien für die rechtliche Einordnung zu schaffen und einen praxisnahen Weg aufzuzeigen, welche Vorschriften zu beachten sind. Damit soll eine sichere und rechtskonforme Integration der Technologie unterstützt werden", sagte Lina Behrends vom Fraunhofer IMTE.
Die Handlungsempfehlungen sollen Kliniken bei Fragen zu Produktsicherheit, Datenschutz, Cybersicherheit und Arbeitsschutz unterstützen und den Einsatz von Servicerobotern im Krankenhaus erleichtern.