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Studie zur Situation in Kliniken während COVID-19

Schulungsbedarf und Personalmangel sind Knackpunkte

Schulungen zu Hygienemaßnahmen und persönlicher Schutzausrüstung sollten stärker in Pflegeausbildung und -studium einfließen.
Schulungen zu Hygienemaßnahmen und persönlicher Schutzausrüstung sollten stärker in Pflegeausbildung und -studium einfließen.

Erwartungsgemäß ist die Personalsituation in der Pflege defizitär; aber auch beim Thema Schulungen gibt es Nachholbedarf. Das sind 2 zentrale Ergebnisse einer Studie der Alice Salomon Hochschule (ASH) in Berlin, die diese am Montag veröffentlichte.

Im April hatte die ASH Krankenhäuser in Berlin und Brandenburg befragt, wie gut Pflegende und das Pflegemanagement auf die Corona-Pandemie vorbereitet waren.

Pflegepersonal fehlt

Gut die Hälfte der befragten Krankenhäuser gab an, über nicht genügend Personal zu verfügen – "trotz mehrheitlicher Maßnahmen, den Bedarf durch Umverteilung (z. B. durch das Absagen nicht notwendiger Behandlungen) zu erreichen".

Nachholbedarf sahen die Krankenhäuser zudem im Bereich von Schulungen: Hygienemaßnahmen und persönliche Schutzausrüstung seien thematisch nicht stark genug behandelt worden. Schulungen mit den Schwerpunkten Intensivpflege sowie Pflege von beatmungspflichtigen Patientinnen und Patienten habe es jedoch gegeben.

Schutzausrüstung: Bezug aus dem Ausland nicht zuverlässig

Entgegen vieler Prognosen gab die Mehrheit der befragten Kliniken an, keine Engpässe von Schutzausrüstung gehabt zu haben. Allerdings zeigten Erfahrungen, dass Vorräte – v. a. deren Bezug aus dem Ausland – als nicht zuverlässig gelten.

Die Einrichtung von Teststationen habe weitestgehend problemlos geklappt. Auch zusätzliche Isolations- und Beatmungskapazitäten seien schnell implementiert worden. Teilweise problematisch seien allerdings Probentransport und Ergebnisübermittlung zwischen Teststationen und Laboren.

"Die Hinweise auf nicht ausreichendes Personal und Schutzausrüstung müssen zu einer deutlichen Abkehr vom bisherigen Ablauf führen", betonte Studienleiter Johannes Gräske angesichts der Ergebnisse.

Personalgewinnung neu denken

Nötig seien verlässliche Ansätze zur Personalgewinnung und Maßnahmen zur Vermeidung zusätzlichen Personalausfalls aufgrund möglicher Infektionen. Um den grundsätzlichen Fachkräftemangel im Pflegeberuf zu beheben, seien neue Strategien gefragt.

"Ebenso ist zu überlegen, bestimmte Schulungsmaßnahmen zu Hygiene und Umgang mit Schutzausrüstung vermehrt in den Fokus der Pflegeausbildung bzw. des Pflegestudiums zu rücken."

Pflegedienstleistende von insgesamt 99 Kliniken wurden im April 2020 von der ASH befragt. 31 Kliniken haben an der Online-Umfrage teilgenommen. Das entspricht einer Rücklaufquote von gut 31 %.

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