Pflegekräfte gehören laut einer aktuellen Auswertung des DGB-Index "Gute Arbeit" zu den Berufsgruppen, die ihre Chancen, bis zum gesetzlichen Rentenalter im Beruf zu bleiben, besonders kritisch einschätzen. Mehr als die Hälfte der Beschäftigten in der Kranken- und Altenpflege geht demnach davon aus, nicht bis zur Rente durchhalten zu können.
Das geht aus dem Report "Durchhalten bis zur Rente? Eine Frage der Arbeitsbedingungen!" hervor, für den Daten aus den Jahren 2022 bis 2026 ausgewertet wurden. Insgesamt rechnen nur 53 Prozent der Beschäftigten in Deutschland damit, ihre aktuelle Tätigkeit bis zum Rentenalter ohne Einschränkungen ausüben zu können. 40 Prozent gehen nicht davon aus.
Pflege gehört zu den besonders belasteten Berufen
Besonders pessimistisch fällt die Einschätzung in einzelnen Berufsgruppen aus. Nach Beschäftigten aus dem Sanitär-, Heizungs- und Klempnerhandwerk folgen laut DGB Beschäftigte in der Kranken- und Altenpflege sowie in Bauberufen. Auch unter Erzieherinnen und Erziehern erwartet mehr als die Hälfte, den Beruf nicht bis zum Renteneintritt ausüben zu können.
Früher in Rente: Optionen für Pflegende
Die Autoren sehen einen engen Zusammenhang zwischen Arbeitsbedingungen und der erwarteten Arbeitsfähigkeit. Die Unterschiede zwischen den Berufsgruppen seien ein deutlicher Hinweis auf die Bedeutung konkreter Belastungen im Arbeitsalltag.
Körperliche Belastung und Zeitdruck prägen die Einschätzung
Als besonders einflussreich nennt die Auswertung körperlich schwere Arbeit. Von den Beschäftigten, die sehr häufig schwer heben, tragen oder stemmen müssen, gehen 72 Prozent davon aus, ihre Tätigkeit nicht bis zur Rente ausüben zu können.
Auch Zeitdruck wirkt sich deutlich aus. Von denjenigen, die sich bei der Arbeit sehr häufig gehetzt fühlen, rechnen knapp 60 Prozent nicht damit, bis zum Rentenalter durchhalten zu können. Bei Beschäftigten ohne oder mit nur seltenem Zeitdruck liegt dieser Anteil deutlich niedriger.
Darüber hinaus stehen häufige Lärmbelastungen, lange Arbeitszeiten und geringe Handlungsspielräume mit einer negativeren Einschätzung der eigenen künftigen Arbeitsfähigkeit in Zusammenhang.
Gesundheitsförderung verbessert Perspektive
Positive Effekte zeigt nach Angaben des DGB die betriebliche Gesundheitsförderung. Beschäftigte, die entsprechende Maßnahmen in ihrem Betrieb als ausreichend bewerten, schätzen ihre Chancen deutlich höher ein, bis zur Rente arbeiten zu können. Fehlen solche Angebote komplett, erwarten 46 Prozent der Beschäftigten, ihre Tätigkeit nicht bis zum gesetzlichen Rentenalter ausüben zu können.