Die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge in der Pflege ist 2025 gestiegen. Rund 64.300 Menschen haben eine Ausbildung zur Pflegefachfrau oder zum Pflegefachmann begonnen. Das sind etwa acht Prozent beziehungsweise 4.900 Neuverträge mehr als im Vorjahr. Das teilte das Statistische Bundesamt (Destatis) am Donnerstag mit.
Insgesamt befanden sich demnach zum Jahresende 2025 rund 158.000 Menschen in der generalistischen Pflegeausbildung. Nach Angaben von Destatis ist das der höchste Stand seit Einführung der generalistischen Ausbildung im Jahr 2020.
Die Zahlen bestätigen vorläufige statistische Ergebnisse, die Destatis im März gemeldet hatte.
Rekordzahl an Auszubildenden
Von den neuen Ausbildungsverträgen entfielen 71 Prozent auf Frauen und 29 Prozent auf Männer. Die Zahl der Männer in der Pflegeausbildung stieg gegenüber dem Vorjahr um 15 Prozent auf etwa 18.500. Bei den Frauen lag das Plus bei sechs Prozent.
Auch das Interesse an der hochschulischen Pflegeausbildung wächst. Rund 800 Menschen nahmen 2025 ein Pflegestudium auf; ein Zuwachs von etwa acht Prozent. Insgesamt waren zum Jahresende etwa 1.800 Studierende im seit 2024 vergüteten und finanzierten Pflegestudium eingeschrieben.
Ausbildung in Klinik, Heim und Pflegedienst
Die praktische Ausbildung findet überwiegend in Krankenhäusern statt: Rund die Hälfte der Auszubildenden mit Neuverträgen absolvieren ihren Praxisteil dort. Weitere 36 Prozent werden in stationären Pflegeeinrichtungen (Pflegeheimen) ausgebildet, 12 Prozent in ambulanten Pflegediensten.
Bei Pflegestudierenden ist die Konzentration auf Krankenhäuser noch stärker: 92 Prozent der Praxiseinsätze erfolgen dort, die übrigen 8 Prozent verteilen sich auf stationäre und ambulante Pflegeeinrichtungen.
bpa kritisiert Fokus auf Neuverträge
Der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste (bpa) bewertet die Entwicklung zurückhaltend. bpa-Präsident Bernd Meurer kritisierte, dass die Zahl neuer Ausbildungsverträge allein wenig über die tatsächliche Fachkräfteentwicklung aussage.
"Die steigende Zahl der neuen Ausbildungsverträge ist kein Grund zum Feiern. Entscheidend ist doch, wie viele Pflegekräfte nach erfolgreicher Ausbildung in der Versorgung ankommen", sagte Meurer. Zudem mahnte er: "Wer Statistiken erhebt, sollte sie dann auch richtig lesen können."
Der Verband erneuerte zugleich seine Kritik an der generalistischen Pflegeausbildung und sieht weiterhin Probleme bei der Nachwuchsgewinnung in der Pflege, vor allem im Bereich der Altenpflege.