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Corona-Quarantäne- und Isolationsregeln

Pflege- und Ärztekammern in NRW begrüßen Entwicklung

Laut Sandra Postel fällt es auf die Pflegenden zurück, etwaige Fehlentscheidungen der Politik kompensieren zu müssen.

Der Errichtungsausschuss der Pflegekammer Nordrhein-Westfalen (NRW), die Ärztekammer Westfalen-Lippe und die Ärztekammer Nordrhein haben in einer gemeinsamen Mitteilung die Beibehaltung der bestehenden Quarantäne- und Isolationsregeln begrüßt. Die Corona-Pandemie sei noch nicht vorbei, die genannten Regeln blieben "unumgänglich", teilten die Kammern Ende vergangener Woche mit.

Lauterbach: "Signal ist falsch und schädlich"

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) hatte am Mittwoch eine Kehrtwende seiner Corona-Politik verkündet: Die zum 1. Mai geplante freiwillige Isolation von Corona-Infizierten soll es nun doch nicht geben.

Es gebe nach wie vor zu viele Todesfälle aufgrund von Corona und Long-Covid sei weiterhin ein großes Problem, so Lauterbach.

Freiwilligkeit bei Corona "inkonsequent"

Auch Pflege- und Ärztekammern in NRW betonten in ihrer Stellungnahme, dass die Idee einer freiwilligen Quarantäne oder Isolation "inkonsequent und nicht im Sinne einer zielstrebigen Corona-Bekämpfung" sei.

"Das Letzte, was wir abschaffen sollten, sind konkrete Eindämmungsmaßnahmen im Fall eingetretener Infektionen oder gesicherter Kontakte zu Infizierten."

Die Vorsitzende des Errichtungsausschusses der Pflegekammer NRW, Sandra Postel, ergänzte:

"Für Kliniken, Einrichtungen der Altenhilfe und der ambulanten Pflege braucht es starke Maßnahmen mit Bedacht und Kontinuität. Denn die Pflegefachpersonen arbeiten nach wie vor am Rande der Belastung und darüber hinaus. Sie sind diejenigen, die etwaige Fehlentscheidungen der Politik kompensieren müssen."

Infektionszahlen seien zwingend jetzt in den Griff zu bekommen, damit die Inzidenzen im Herbst und Winter nicht wieder explodierten. Mittelfristig sei ein Impfrhythmus wie bei der Influenza zu erreichen.

Corona kostet täglich über 200 Menschen das Leben

Täglich stürben immer noch über 200 Menschen im Zusammenhang mit SARS-CoV-2, betonte der Präsident der Ärztekammer Westfalen-Lippe, Hans-Albert Gehle. Die Lage auf den Intensivstationen sei zwar stabil, aber es gebe "erhebliche Personalausfälle" im gesamten Krankenhauspersonal. Immer weniger Ärztinnen und Ärzte sowie Pflegende müssten immer mehr kollegiale Ausfälle auffangen.

Eigenverantwortung sei zwar generell erstrebenswert, aber angesichts der vielen Lockerungen sei es für gefährdete Menschen jetzt schon schwer, den Kontakt mit dem Virus zu meiden, ergänzte der Präsident der Ärztekammer Nordrhein, Rudolf Henke. Diese zu schützen, sei bislang eine richtige Maxime der Gesundheitspolitik gewesen.

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