Auch musikalische Angebote für an Demenz Erkrankte können deren emotionales Wohlbefinden positiv beeinflussen, sagt Arthur Schall. Der Psychologe, Musikwissenschaftler und Kunsthistoriker der Goethe-Universität Frankfurt begleitet unter anderem ein Angebot der Kronberg Academy.
Dort schaffen regelmäßig speziell konzipierte interaktive Gesprächskonzerte einen geschützten Raum voller Klang, Erinnerung und lebendiger Begegnung für Betroffene und Angehörige. Die Konzerte laden laut Schall nicht nur zum Zuhören ein. Die Teilnehmenden werden in einfacher Sprache aktiv einbezogen und zum Austausch angeregt.
Projekt auf Pflegeeinrichtungen ausgeweitet
"Gestaltet werden die Konzerte von Musikern, die speziell im Umgang mit Menschen mit Demenz von uns geschult werden", erklärt der Wissenschaftler. "Die Vermittlungskompetenz ist das A und O." Dabei sei besonders einfache Sprache wichtig und den Menschen Zeit und Raum zu geben. "Es geht darum, Druck rauszunehmen, Reaktionen aufzunehmen und einzubauen."
Das Projekt ist Schall zufolge auf Pflegeeinrichtungen in Frankfurt erweitert worden. Dazu kommen die Musiker direkt ins Pflegeheim. Gefördert durch die Reiss Stiftung soll dabei wissenschaftlich untersucht werden, wie interaktive Hauskonzerte das Wohlbefinden von Menschen mit Demenz und Altersdepression in Pflegeeinrichtungen verbessern können.
dpa