Das Folgeprojekt zum Ausbildungsmodul MODINA für Disaster Nursing und Katastrophenpflege ist gestartet. Lehrende an Pflegeschulen und Hochschulen sollen gezielt qualifiziert werden, um das Thema dauerhaft in der Pflegeausbildung, im Pflegestudium sowie in Fort- und Weiterbildungen zu verankern.
Das vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) beauftragte Projekt MODINA hatte ein bundesweit nutzbares Unterrichtsmodul zum Thema "Pflegehandeln in Krisen und Katastrophen" entwickelt und erprobt. BibliomedPflege hat bereits über das MODINA-Ausbildungsmodul für Disaster Nursing und Katastrophenpflege berichtet. Das Modul umfasst 40 Unterrichtseinheiten und soll Pflegeauszubildende sowie Studierende auf die Bewältigung von Krisen- und Katastrophensituationen vorbereiten.
Curriculum für Lehrende geplant
Im Mittelpunkt des Folgeprojekts steht nun die Entwicklung eines strukturierten Curriculums für Lehrende. Dieses soll sowohl Fachwissen zu Disaster Nursing als auch didaktische Konzepte zur Vermittlung der Inhalte umfassen. Die Frankfurt University of Applied Sciences (Frankfurt UAS) übernimmt die wissenschaftliche Evaluation des Qualifizierungsprogramms.
Untersucht werden soll unter anderem, wie praxistauglich die Qualifizierungsmaßnahmen sind und ob die Teilnehmenden anschließend in der Lage sind, das MODINA-Modul eigenständig in ihrer Lehrpraxis anzuwenden. Zum Einsatz kommen Befragungen, Beobachtungen, Reflexionsinstrumente und Feedbackrunden.
Lehrende auf Krisen- und Katastrophenlagen vorbereiten
Geplant sind unterschiedliche Schulungsformate für Lehrkräfte mit und ohne Vorerfahrung im Katastrophenschutz. Vorgesehen sind dreitägige Fortbildungen für Einsteigerinnen und Einsteiger sowie eintägige Online-Schulungen für erfahrene Lehrende.
Vermittelt werden sollen Grundlagen des Bevölkerungsschutzes, pflegerelevante Krisen- und Notfallsituationen, Kommunikation sowie rechtliche und ethische Fragestellungen. Simulationen, Fallstudien und Planspiele sollen den Praxistransfer unterstützen.
"Die Vermittlung von Disaster Nursing stellt besondere Anforderungen an Lehrende. In Krisen- und Katastrophensituationen müssen Pflegefachpersonen auch unter Zeitdruck, Unsicherheit und hoher emotionaler Belastung handlungsfähig bleiben. Lehrende benötigen daher nicht nur fachliches Wissen, sondern auch geeignete didaktische Konzepte, um diese Kompetenzen praxisnah zu vermitteln", erläutert die Professorin für Klinische Pflege an der Frankfurt UAS, Miriam Peters.
Disaster Nursing befasst sich mit den besonderen Anforderungen an professionelles Pflegehandeln in Krisen- und Katastrophensituationen. Nach Einschätzung der Projektbeteiligten gewinnen entsprechende Kompetenzen angesichts von Pandemien, Extremwetterereignissen, Cyberangriffen auf Gesundheitseinrichtungen und anderen Krisenszenarien zunehmend an Bedeutung.
Mit der Qualifizierung von Lehrenden soll nun der Transfer des MODINA-Moduls in die Pflegeausbildung, primärqualifizierende Pflegestudiengänge sowie Fort- und Weiterbildungen unterstützt werden. Ergänzend ist der Aufbau eines Netzwerks aus Lehrenden, Fachleuten und Institutionen vorgesehen, das den fachlichen Austausch zum Thema Katastrophenpflege fördern soll.