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Tarifstreit in Baden-Württemberg

Mehrtägige Warnstreiks an Uniklinika

Mit Streiks an den Universitätsklinika in Baden-Württemberg will Verdi den Druck auf die Arbeitgeber in den laufenden Tarifverhandlungen erhöhen.

Verdi hat an den vier Universitätsklinika Baden-Württembergs zu mehrtätigen Warnstreiks aufgerufen. Wie die Dienstleistungsgewerkschaft vergangene Woche mitteilte, liege vonseiten der Arbeitgeber bislang nur ein "erstes unzureichendes Angebot" für eine von mehreren Forderungen für die Tarifverhandlungen vor.

Mit den Streikaktionen wolle die Gewerkschaft den Druck auf die Arbeitgeber deutlich erhöhen, bevor am 17. Juni zum dritten Mal in großer Runde über das geforderte Zukunftspaket weiterverhandelt werde.

Mit Verschiebungen geplanter Operationen und Bettenschließungen sei zu rechnen, gab Verdi an. Allerdings sei über Notdienstvereinbarungen "eine sichere Versorgung aller Patientinnen und Patienten gewährleistet".

Themen der Tarifverhandlungen

In der laufenden Tarifrunde gelte es, die Arbeitsbedingungen nachhaltig zu verbessern, "um Personal zu binden, dem Mangel an Fachkräften zu begegnen und den zukünftigen Bedarf an Gesundheitspersonal durch eine immer älter werdende Gesellschaft zu decken".

Bisher lehnten die Arbeitgeber jedoch alle Regelungen ab, die über die Bezahlung hinausgingen. Das Entgelt-Angebot sehe bei 28 Monaten Laufzeit eine Inflationsausgleichsprämie in Höhe von 1.050 Euro sowie Entgeltsteigerungen vor: vier Prozent im Jahr 2025, weitere drei Prozent im Folgejahr.

Zu den Verdi-Forderungen der aktuellen Tarifverhandlungen gehörten:

  • Entgelt: Erhöhung der Entgelte um elf Prozent, mindestens 500 Euro mehr im Monat für die Beschäftigten, sowie 250 Euro mehr im Monat für Auszubildende, bei einer Laufzeit von zwölf Monaten.
  • Lebensphasenorientierung: Einführung eines Lebensphasenkontos für alle Beschäftigten und Auszubildenden. Hierauf bringt der Arbeitgeber jedes Jahr fünf Lebensphasentage ein, zusätzlich soll es weitere Möglichkeiten geben, das Konto zu befüllen. Die Beschäftigten können diese verwenden.
  • Tarifvertrag Entlastung Pflege: Festlegung von Mindestpersonalausstattungen für alle Pflegeorganisationsbereiche. Vereinbarung eines Verfahrens zur Feststellung von Belastungssituationen und entsprechende Regelungen zum Belastungsausgleich
  • Ausbildungsqualität: Sicherstellung der Praxisanleitung durch frühzeitige Planung und höheren Umfang sowie verlässliche Regelungen zur Freistellung während der Praxisanleitung.
     

Gestreikt wird diese Woche von Mittwoch bis Freitag am Universitätsklinikum Ulm. An den Universitätsklinika Freiburg, Heidelberg und Tübingen sind für Donnerstag und Freitag Warnstreiks angekündigt.

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