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Demenz-Prävention

Märchenprojekt in Thüringen geht in Verlängerung

Das Märchenprojekt hat laut Thüringens Sozialministerin Werner einen "unschätzbaren Wert" für die teilnehmenden Pflegeeinrichtungen.

Märchenerzählen stärkt die Lebensqualität dementer Bewohnerinnen sowie Bewohner in Pflegeeinrichtungen und regt ihre soziale Interaktion an. Zudem entlastet die Maßnahme den Pflegealltag der Beschäftigten, da die pflegebedürftigen Personen deutlich seltener herausforderndes Verhalten zeigen. Zu diesen Ergebnissen kommt die Evaluation des Projekts "Es war einmal… Märchen und Demenz" in Thüringen für den Zeitraum 2020/2021. Aufgrund dieser positiven Bilanz werde das Projekt um ein weiteres Jahr verlängert. Das teilte das Thüringer Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie am Montag mit. Zu den landesweit bereits 25 teilnehmenden Pflegeeinrichtungen kämen außerdem ab 1. Juni dieses Jahres 25 weitere hinzu.

Regelmäßige Märchenstunden helfen an Demenz Erkrankten 

Speziell geschulte Demenzerzählerinnen und Demenzerzähler lesen an 4 Tagen in der Woche Märchen in den jeweiligen Einrichtungen vor. Neben den analogen Erzählstunden gehören digitale Märchenstunden und thematisch abgestimmte Arbeitsmaterialien zum Projekt.

Thüringens Sozialministerin Heike Werner (Die Linke) sagte:

"Das Projekt hat einen unschätzbaren Wert für die Betroffenen und die teilnehmenden Einrichtungen. Es setzt ein Zeichen für den innovativen und neuartigen Umgang mit dieser heimtückischen Krankheit."

Aktuell lebten knapp 50.000 Menschen mit Demenz in Thüringen – Tendenz "stark" steigend. Umso wichtiger sei auch im Freistaat die Umsetzung der Nationalen Demenzstrategie, deren Teil die Märchenaktion ist.

Aktuell beteiligen sich Pflegeeinrichtungen aus 10 Bundesländern an dem Märchenprojekt.

Mehr Pflegeeinrichtungen sollten Ansatz nutzen

Die erste wissenschaftliche Studie zum Projekt "Es war einmal… Märchen und Demenz" erfolgte von 2012 bis 2015 im Auftrag des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend sowie der Senatsverwaltung für Gesundheit Berlin, in Kooperation mit der Agaplesion Bethanien Diakonie und der Katharinenhof-Gruppe. Forschungspartner war die Alice Salomon Hochschule Berlin mit Pflegewissenschaftlerin Ingrid Kollak an der Spitze. Im Interview mit BibliomedPflege erzählte sie seinerzeit, dass "professionelles, regelmäßiges und strukturiertes Märchenerzählen Menschen mit Demenz und herausfordernden Verhaltensweisen Wohlbefinden ermöglicht und Verhaltenskompetenzen aktiviert. Ein solches Märchenerzählen ist bedürfnisorientiert, steigert die Lebensqualität von Menschen mit Demenz und sollte in Pflegeeinrichtungen angeboten werden."

Zudem zeigte die Studie, dass an den Märcheninterventionen die gleichberechtigte Teilhabe Pflegebedürftiger mit und ohne Demenz möglich ist.

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