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Versorgungsstruktur

Kronach eröffnet Pflegezentrum mit Lotsensystem

Kronach startet "Kompetenzcenter" für Pflege

Im oberfränkischen Landkreis Kronach ist ein neues "Kompetenzcenter Pflege" gestartet. Das Projekt soll Pflegebedürftige und Angehörige zentral beraten, lokale Unterstützungsangebote koordinieren und die pflegerische Versorgung in einer vom demografischen Wandel besonders betroffenen Region stärken.

Wie das Bayerische Staatsministerium für Gesundheit, Pflege und Prävention vergangenen Freitag mitgeteilt hat, fördert der Freistaat das Vorhaben mit rund 2,8 Millionen Euro. Ergänzend wurden nach Ministeriumsangaben bereits 2025 die Konzeption und wissenschaftliche Begleitung des Projekts mit rund 170.000 Euro unterstützt.

Zentrale Anlaufstelle für Pflegefragen

Kern des Projekts ist eine Beratungs- und Koordinierungsstelle für Fragen rund um Pflege und Unterstützung im Alltag. Nach Angaben des Ministeriums sollen Bürgeranfragen dort gebündelt bearbeitet und vorhandene Hilfsangebote besser sichtbar gemacht werden.

"Pflegebedürftigkeit tritt häufig unvermittelt auf, Betroffene und Angehörige benötigen dann schnell Orientierung und Hilfe. Genau hier setzt das 'Kompetenzcenter Pflege' an", sagte Bayerns Gesundheits- und Pflegeministerin Judith Gerlach (CSU).

Nach Angaben der Initiatoren sollen zudem unterschiedliche Akteure aus Pflege, Gesundheitsversorgung, Kommunen und Arbeitsmarkt enger zusammenarbeiten. Ziel sei, Betroffene schneller an passende Unterstützungsangebote zu vermitteln.

Pflegelotsen unterstützen vor Ort

Ergänzt wird das Angebot durch sogenannte Pflegelotsen, die in verschiedenen Regionen des Landkreises als Ansprechpartner fungieren. Sie sollen Pflegebedürftige und Angehörige bei der Suche nach Unterstützungsleistungen begleiten und Kontakte zu passenden Angeboten herstellen.

Der Landkreis Kronach gehört nach Angaben des Ministeriums mit 77 Pflegebedürftigen je 1.000 Einwohner zu den besonders stark vom demografischen Wandel betroffenen Regionen Deutschlands.

"Gleichzeitig werden vorhandene Pflegeressourcen transparent aufgezeigt und die unterschiedlichen Akteure aus dem Pflegebereich besser mit den Kommunen vernetzt", sagte Gerlach.

Digitaler Zugang rund um die Uhr

Zum Konzept gehört auch eine digitale Plattform, über die Informationen zu Pflegeangeboten, Fördermöglichkeiten und Schulungen bereitgestellt werden sollen. Ergänzend ist der Einsatz eines Chatbots vorgesehen, der Fragen auch außerhalb der Öffnungszeiten beantworten kann.

Darüber hinaus sollen digitale Technologien genutzt werden, um die Digitalisierung in der Pflege voranzutreiben. Nach Angaben des Ministeriums werden die gewonnenen Erkenntnisse wissenschaftlich begleitet und sollen künftig auch für andere Regionen nutzbar gemacht werden.

Gerlach bezeichnete das Projekt als "positives Beispiel dafür, wie ein Landkreis die pflegerische Versorgung vor Ort aktiv gestaltet".

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