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Digitalisierung

Studie sieht Potenzial für kontaktlose Überwachung

Kontaktlose Vitalzeichenüberwachung: Pflegende sehen Chancen, sehen aber auch technische Einschränkungen.

Pflegefachpersonen sehen Chancen in der kontaktlosen Erfassung von Vitalzeichen im Krankenhaus. Das zeigt eine Machbarkeitsstudie von Forschenden der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, die im Fachjournal JMIR Nursing veröffentlicht wurde.

Untersucht wurde ein radarbasiertes System, das Atemfrequenz, Herzfrequenz und Aktivitäten im Bett ohne direkten Körperkontakt erfasst. Ziel der Studie war es, die Praxistauglichkeit, Akzeptanz und Einbindung der Technologie in pflegerische Arbeitsabläufe zu untersuchen.

Vorteile vor allem auf geriatrischen Stationen

Nach vier Wochen bewerteten die teilnehmenden Pflegefachpersonen die Bedienbarkeit des Systems insgesamt positiv. Besonders auf einer geriatrischen Station stieß die Technik auf Zustimmung. Als Vorteil nannten die Pflegenden die Möglichkeit, Vitalzeichen kontinuierlich zu erfassen, ohne Patientinnen und Patienten zu stören.

"Das bedeutet einfach, dass wir nachts Daten erfassen können, ohne Patienten aufwecken zu müssen", berichtete eine Pflegekraft in einer Fokusgruppe.

Aus Sicht der Teilnehmenden könnte die Technologie insbesondere Menschen mit Delirrisiko oder gestörtem Tag-Nacht-Rhythmus zugutekommen. 

Die Forschenden verglichen auch den Zeitaufwand für die Erfassung von Herz- und Atemfrequenz. Während die manuelle Messung durchschnittlich 133,8 Sekunden dauerte, benötigte das Radarsystem nach Angaben der Autoren im Mittel 20,3 Sekunden.

Technische Probleme begrenzen die Akzeptanz

Gleichzeitig zeigte die Studie Grenzen der Technologie auf. Pflegekräfte berichteten von Messausfällen, verzögerten Anzeigen und fehlenden Echtzeitdaten. Vor allem auf der Dialysestation wurden diese Einschränkungen kritisch bewertet.

"Auf dem Tablet konnten wir nicht erkennen, wie häufig die Herzfrequenz aktualisiert wurde", schilderte eine Pflegekraft. Im Vergleich zu etablierten Überwachungssystemen hätten aktuelle Echtzeitwerte gefehlt.

An der Auswertung beteiligten sich insgesamt 13 Pflegefachpersonen aus einer geriatrischen Station und einer Dialyseeinheit. Das Autorenteam weist darauf hin, dass es sich um eine Machbarkeitsstudie mit kleiner Teilnehmerzahl handelt. Größere Untersuchungen müssten nun zeigen, welchen Einfluss kontaktlose Überwachungssysteme langfristig auf Pflegeprozesse, Patientensicherheit und pflegesensitive Outcomes haben.

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