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Bundespflegekammer

"Investitionen in Pflege müssen mindestens vervierfacht werden"

Wirtschaft, Gesellschaft und Politik müssten deutlich mehr in den Pflegeberuf investieren, um ihn zukunftsfähig zu halten, so die Bundespflegekammer.

Vertreterinnen und Vertreter der Bundespflegekammer gehen davon aus, dass die Situation in der Profession Pflege nach der Corona-Pandemie noch prekärer wird, als sie jetzt schon ist. Aktuell schwinde die Hoffnung vieler Pflegefachpersonen auf eine Besserung ihrer Arbeitsbedingungen.

Hauptgründe seien der erhöhte Pflegebedarf der Bevölkerung aufgrund der demografischen Entwicklung bei gleichzeitigem Renteneintritt von rd. 40 % der Pflegenden in den nächsten 15 Jahren. Außerdem nehme die Berufsunzufriedenheit aufgrund Überlastung und schlechter Bezahlung zu.

Pflegekammern müssen Pflegewende einleiten

"Wir beobachten mit großer Sorge, dass sich nach der Pandemie ein Pflexit anbahnt", äußerte Präsidiumsmitglied der Bundespflegekammer, Patricia Drube, am Montag in einem Hintergrundgespräch mit der Presse die Sorge eines Anstiegs von Berufsaustritten in der Pflege.

Umso wichtiger sei eine starke Vertretung der Pflegefachpersonen sowohl auf Länder- als auch Bundesebene in Form von Pflegekammern, um eine "echte Pflegewende" anzustoßen.

Deutlich mehr in Pflegeberuf investieren

Gesellschaft und Wirtschaft müssten "deutlich mehr in den Pflegeberuf" investieren.

Aktuell flösse nur etwas über 1 % des Bruttoinlandsprodukts in Pflege. "Mindestens das Vierfache wäre angemessen, ähnlich wie bei unseren europäischen Nachbarn", forderte Drube.

Auch der ausgehandelte Tarifvertrag für Altenpflegepersonal bliebe mit einem monatlichen Bruttogehalt von rd. 2.500-2.700 Euro weit von einem geforderten Einstiegsgehalt von 4.000 Euro brutto für alle Pflegefachpersonen entfernt.

"Das ist nicht das Signal, das Pflegende brauchen, und es wird nicht ausreichen, um Menschen im Beruf zu halten", ist sich Drube sicher.

Angesicht der generalistischen Ausbildung müssten sowieso in allen Bereichen der Pflege gleiche Gehälter gelten.

Markus Mai, ebenfalls Präsidiumsmitglied der Bundespflegekammer, verdeutlichte die Situation in der Pflege:

Immer mehr Angehörige würden künftig einspringen müssen, um Familienmitglieder oder nahestehenden Personen zu pflegen. Viele würden dafür vermutlich ihre Arbeitszeit verkürzen müssen, was gleichzeitig "drastische Auswirkungen" auf die Wirtschaft habe.

"Ohne Pflege können Wirtschaft und Gesellschaft auf Dauer nicht funktionieren."

Nach der Pandemie müsse viel Geld in die Hand genommen werden, um den Pflegeberuf weiterzuentwickeln, so Mai.

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