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Primärqualifizierende Pflegebildung

Handbuch für Integrative Pflege jetzt auf Deutsch verfügbar

Das europäische INES-Handbuch zur Integrativen Pflege liegt erstmals auf Deutsch vor.

Das europäische Lehrhandbuch zur Integrativen Pflege liegt erstmals in einer deutschsprachigen Fassung vor. Es soll die Vermittlung evidenzbasierter komplementärer und nicht-pharmakologischer Interventionen in der Pflegeausbildung in Deutschland, Österreich und der Schweiz unterstützen. Das geht aus Informationen auf der Webseite des Instituts für Gesundheitswissenschaften des Universitätsklinikums Tübingen hervor.

Das Handbuch basiert auf dem Erasmus+-Projekt "Integrative Nursing Education Series" (INES), das von 2019 bis 2022 von fünf nordeuropäischen Hochschulen durchgeführt wurde. Ziel des Projekts war es, Wissen, Kompetenzen und Fähigkeiten von Pflegefachpersonen im Umgang mit evidenzbasierten, sicheren komplementären und nicht-pharmakologischen Interventionen zu stärken. Daraus entstanden eine Best-Practice-Datenbank, ein Kompetenzprofil für die Pflegeausbildung sowie das INES-Modell der Integrativen Pflege. 

Orientierung für Ausbildung und Studium

Die nun vorliegende deutsche Fassung richtet sich an Lehrende in der beruflichen und hochschulischen Pflegeausbildung. Sie wurde an die Rahmenbedingungen im deutschsprachigen Raum angepasst und um länderspezifische Informationen für Deutschland, Österreich und die Schweiz ergänzt. 

Nach Angaben der Herausgebenden sollen damit "die durch die europäischen Kolleg*innen erarbeiteten Inhalte zu evidenzbasierten komplementären, nicht-pharmakologischen Pflegeinterventionen im deutschsprachigen Raum verbreitet werden". Lehrenden würden zugleich "vielfältige methodische und didaktische Lehrinhalte an die Hand gegeben". 

Das Handbuch umfasst elf Kapitel in drei Themenbereichen:

  • Grundlagen der Integrativen Pflege,
  • deren Anwendung im konventionellen Versorgungssystem sowie
  • komplementäre und nicht-pharmakologische Interventionen.

Enthalten sind Lernziele, Fallbeispiele, didaktische Konzepte und Lehrmaterialien. 

Modell verbindet drei Versorgungsbereiche

Im Zentrum steht das sogenannte INES-Modell. Es beschreibt Integrative Pflege als Schnittmenge von Selbstfürsorge, konventioneller Gesundheitsversorgung und komplementären Interventionen (zum Biespiel Wickel, Auflagen, Einreibungen, Atemübungen, Entspannungsverfahren). Pflegefachpersonen sollen dabei evidenzbasierte Entscheidungen treffen und je nach Situation unterschiedliche Ansätze kombinieren. 

Im Handbuch wird Integrative Pflege als "eine koordinierte professionelle Bewertung von Kontext, Patientenbedürfnissen und Evidenz" beschrieben. Sie schließe ausdrücklich auch die Selbstfürsorge von Pflegefachpersonen ein. 

Die Autorinnen und Autoren definieren Integrative Pflege als personenzentrierten und beziehungsorientierten Ansatz, der konventionelle und komplementäre Maßnahmen miteinander verbindet und dabei möglichst schonende Interventionen bevorzugt. 

Verankerung in der Ausbildung uneinheitlich

Die Einführung des Handbuchs verweist zugleich auf Unterschiede innerhalb des deutschsprachigen Raums. Für Deutschland stellen die Autorinnen und Autoren fest, dass integrative und komplementäre Pflegeinterventionen bislang nur begrenzt in gesetzlichen Vorgaben und Curricula verankert sind. Eine exemplarische Analyse habe ergeben, dass rund ein Drittel der untersuchten primärqualifizierenden Pflegestudiengänge entsprechende Inhalte ausdrücklich berücksichtigt. 

In Österreich ist die Anwendung komplementärer Pflegemethoden im Gesundheits- und Krankenpflegegesetz geregelt. In der Schweiz sind komplementärmedizinische Verfahren teilweise in die Regelversorgung integriert, die curriculare Verankerung in der Pflegeausbildung bleibt jedoch unterschiedlich. 

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