Mobile Luftfilter mit High-Efficiency Particulate Air (HEPA)-Filtern senken die Zahl von Atemwegsinfektionen in Pflegeheimen nicht. Zu diesem Ergebnis kommt eine in JAMA Internal Medicine veröffentlichte Cluster-randomisierte Studie mit 91 Pflegeheimen in England.
Die Forschenden untersuchten über drei Winter hinweg, ob tragbare HEPA-Filter Atemwegsinfektionen bei Bewohnerinnen und Bewohnern von Pflegeeinrichtungen verhindern können. Insgesamt gingen Daten von 1.158 Bewohnerinnen und Bewohnern in die Hauptanalyse ein.
Studie findet keinen Nutzen von HEPA-Filtern
In Pflegeheimen mit Luftfiltersystemen traten durchschnittlich nicht weniger Atemwegsinfektionen auf als in Einrichtungen ohne die Geräte. Die Forschenden registrierten 0,99 Atemwegsinfektionen pro Bewohnerin oder Bewohner und Winter in der Interventionsgruppe gegenüber 1,04 in der Kontrollgruppe. Der Unterschied war damit statistisch nicht signifikant.
Auch in weiteren Analysen fanden sich keine Vorteile durch die Luftfilter. Weder die Zahl anderer Infektionen noch die Häufigkeit mikrobiologisch bestätigter Ausbrüche unterschied sich zwischen den Gruppen.
Keine Auswirkungen auf Personalausfälle
Ebenso zeigte sich kein Effekt auf krankheitsbedingte Fehlzeiten von Beschäftigten. Die Auswertung ergab keine statistisch belastbaren Unterschiede bei den Ausfällen aufgrund von Erkrankungen oder Infektionen.
"Bei den krankheitsbedingten Personalausfällen zeigte sich kein Unterschied zwischen den Gruppen", schreibt das Autorenteam. Auch bei Bewohnerinnen und Bewohnern, die ausschließlich den Filtern in Gemeinschaftsräumen ausgesetzt waren, fanden sich keine Unterschiede bei den Atemwegsinfektionen.
Hygienemaßnahmen bleiben entscheidend
HEPA-Filter können Partikel, Allergene und Mikroorganismen aus der Luft entfernen und werden seit der Corona-Pandemie als mögliche Ergänzung von Hygienekonzepten diskutiert. Die Studie liefert jedoch keine Hinweise darauf, dass ihr Einsatz in Pflegeheimen Atemwegsinfektionen wirksam reduziert.
Für Pflegefachpersonen und Einrichtungsleitungen bedeutet das: Bewährte Maßnahmen der Infektionsprävention bleiben weiterhin zentral. Die Forschenden empfehlen ausdrücklich, bestehende Strategien wie Händehygiene, Flächendesinfektion, persönliche Schutzausrüstung, Impfungen und eine ausreichende Belüftung fortzuführen.
"Pflegeheime sollten weiterhin die empfohlenen Maßnahmen zur Prävention und Kontrolle von Atemwegs- und anderen Infektionen umsetzen", lautet das Fazit des Studienteams.
Nach Einschätzung der Autorinnen und Autoren gibt es derzeit zudem keine ausreichende Evidenz, um zusätzliche Investitionen in mobile HEPA-Filtersysteme zur Prävention von Atemwegsinfektionen in Pflegeheimen zu rechtfertigen.