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Digitalisierung

App für Patientenrufe startet auf 15 Stationen

Die App HelpChat kann direkt am Krankenbett genutzt werden und gezielt Bedürfnisse weitergeben.

Patientinnen und Patienten in drei Krankenhäusern in Mecklenburg-Vorpommern können ihre Anliegen künftig per App direkt an Pflege- und Servicekräfte übermitteln. Wie die Universität Greifswald am Mittwoch mitgeteilt hat, ist die Anwendung "Helpchat" im Rahmen des Projekts "EDITCare" an der Universitätsmedizin Greifswald gestartet.

Insgesamt soll die App auf 15 Stationen der Universitätsmedizinen Greifswald und Rostock sowie im Kreiskrankenhaus Wolgast eingesetzt werden. Zwei Stationen in Rostock nutzen das System bereits seit der vergangenen Woche. Ziel des Projekts ist es, Kommunikationsprozesse zwischen Patienten und Mitarbeitenden auf den Stationen zu verändern und mögliche Auswirkungen auf die Arbeitsbelastung des Pflegepersonals zu untersuchen.

Patienten können Anliegen gezielt melden

Nach Angaben der Projektpartner ergänzt die Anwendung die bestehende Patientenklingel, ersetzt sie jedoch nicht. Während über die klassische Klingel lediglich ein Hilfebedarf signalisiert werde, können Patienten über die App den konkreten Anlass ihres Anliegens mitteilen, etwa den Wunsch nach einem Getränk, Hilfe beim Umlagern oder den Hinweis auf eine beendete Infusion.

"Wir nutzen eine App, mit der die Patientinnen und Patienten direkt am Krankenbett ihre Wünsche äußern können", sagt Projektkoordinatorin Franka Mühlichen. Die Anliegen würden an die jeweils zuständige Pflege- oder Servicekraft weitergeleitet. "Dadurch entfallen unnötige Alarme und Laufwege."

Wissenschaftliche Begleitung geplant

An der Universitätsmedizin Greifswald wird das System zunächst auf zehn Stationen eingeführt, in Rostock auf drei und in Wolgast auf zwei Stationen. Die Einführung wird wissenschaftlich begleitet. Geplant sind unter anderem Interviews und Befragungen von Patienten sowie Mitarbeitenden, um Auswirkungen auf Kommunikation, Arbeitsabläufe und den Pflegeprozess zu untersuchen.

Die ersten Praxiserfahrungen sollen im kommenden Jahr ausgewertet werden. Anschließend ist eine Bewertung des Projekts vorgesehen.

G-BA fördert Projekt "EDITCare"

Neben den beteiligten Kliniken gehören die Techniker Krankenkasse, die Medventi GmbH sowie das Institut für angewandte Versorgungsforschung zum Projektkonsortium. Die Finanzierung erfolgt über den Innovationsausschuss beim Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA).

Die Projektverantwortlichen prüfen nach eigenen Angaben, ob sich das System langfristig für den Einsatz in der Regelversorgung von Krankenhäusern eignet.

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