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Infektionen

Ebola: 75 infizierte Pflegekräfte

Ebola-Ausbruch in Afrika: 75 Pflegekräfte infiziert. Schlechter Schutz und atypische Symptome erschweren die Eindämmung, warnt die WHO.

Bei dem Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo und in Uganda sind nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) 75 Pflegekräfte mit dem gefährlichen Virus infiziert worden. 17 von ihnen seien gestorben, sagte Marie-Roseline Belizaire, die für die WHO in Bunia im Osten Kongos tätig ist, Ende vergangener Woche vor Reportern in Genf. 

Insgesamt wurden bislang 896 bestätigte Infektionen und 232 Todesfälle registriert. "Einen Monat nach Erklärung des Ausbruchs ist die Lage weiterhin ernst und entwickelt sich ständig weiter", sagte WHO-Einsatzleiterin Bélizaire.

Schlechter Schutz in vielen Kliniken

Nach WHO-Daten waren zu Beginn nur vier von 177 untersuchten Einrichtungen ausreichend ausgestattet, um Personal wirksam zu schützen. In vielen Einrichtungen fehlte es an grundlegender Schutzausrüstung wie Handschuhen und Masken. Die WHO liefert nun Material und schult Personal. 

Unklar ist laut WHO, ob sich das Personal am Arbeitsplatz oder im privaten Umfeld infiziert hat. Klar ist jedoch: Der Ausbruch trifft ein ohnehin schwach ausgestattetes Gesundheitssystem. Bélizaire sprach von einem "sehr hohen Preis", den das System zahle.

Atypische Symptome erschweren Erkennung

Ein weiteres Problem: Nur etwa zehn Prozent der Infizierten zeigten typische Ebola-Symptome wie Blutungen. Viele Erkrankte hielten ihre Beschwerden daher zunächst für Malaria und suchten keine spezialisierten Behandlungszentren auf. Das begünstige Ansteckungen in Familien und kleineren Einrichtungen.

Das Virus wird vor allem durch direkten Kontakt mit Körperflüssigkeiten übertragen.

Die aktuelle Epidemie wird durch die seltene Bundibugyo-Variante verursacht. Für sie gibt es nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) bislang weder einen zugelassenen Impfstoff noch eine gezielte Therapie.

Die WHO hatte bereits Mitte Mai 2026 eine "gesundheitliche Notlage von internationaler Tragweite" ausgerufen.

Ausbreitung bleibt dynamisch

Der Ausbruch konzentriert sich laut RKI im Nordosten der Republik Kongo, insbesondere in der Provinz Ituri, hat sich aber auch auf angrenzende Regionen und nach Uganda ausgedehnt. 

Die Lage gilt weiterhin als schwer kontrollierbar. Gründe sind neben der begrenzten Infrastruktur auch bewaffnete Konflikte und schwer erreichbare Regionen.

Was Pflegende über Ebola wissen sollten

Übertragung

  • Ebola wird durch direkten Kontakt mit Blut und anderen Körperflüssigkeiten übertragen. 
  • Infektiös sind auch kontaminierte Gegenstände wie Kleidung oder Bettwäsche. 
  • Eine Übertragung über die Luft ist bislang nicht nachgewiesen.

Symptome

  • Anfangs unspezifisch: Fieber, Müdigkeit, Gliederschmerzen
  • Später möglich: Erbrechen, Durchfall, Blutungen, Organversagen [infektionsschutz.de]

Schutzmaßnahmen im Pflegealltag

  • Konsequente Nutzung persönlicher Schutzausrüstung (Handschuhe, Schutzkittel, Schutzbrille, FFP3-Maske)
  • Kontaktminimierung und strikte Hygiene
  • Isolierung von Verdachtsfällen und feste Betreuungsteams 
  • Sorgfältiges An- und Ablegen der Schutzkleidung zur Vermeidung von Kontamination

Wichtig für Deutschland

  • Das Risiko einer Ausbreitung in Europa gilt nach RKI-Angaben als sehr gering. 
  • Verdachtsfälle müssen sofort gemeldet und in spezialisierte Zentren überführt werden. 

Bibliomed | dpa

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