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Corona-Studie im Auftrag des BMG

DGP kritisiert mangelnde Initiative zur Ausschreibung

In einer Stellungnahme fordert die DGP mehr Kenntnisnahme pflegewissenschaftlicher Kompetenzen.

Die Deutsche Gesellschaft für Pflegewissenschaft (DGP) hat eine Aussage des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) kritisiert, wonach für eine Studie im Auftrag des BMG keine pflegewissenschaftliche Expertise zu finden gewesen sei.

Mangelnde Kenntnisnahme pflegewissenschaftlicher Kompetenzen

Für die DGP liegt das aber nicht an der Untätigkeit oder Unwilligkeit von Pflegewissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern, sondern werfe "ein Schlaglicht auf die offensichtlich mangelnde Kenntnisnahme pflegewissenschaftlicher Kompetenzen, Strukturen und Kapazitäten in Deutschland (auch) in Zeiten der COVID-19-Krise", wie die DGP in einer Stellungnahme aus der Vorwoche betonte.

Das BMG hatte nach Angaben von tagesschau.de im Rahmen einer Studie wichtige Fragen zur pflegerischen Versorgung in Altenheimen im Zusammenhang mit der Pandemie beantworten wollen.

Doch diese Studie sei letztlich nicht vergeben worden. Im Tagesschau-Bericht heißt es dazu: "Es fand sich angeblich niemand, der für eine solche Untersuchung geeignet gewesen wäre."

Ausschreibung kaum publik gemacht

Laut DGP habe das BMG "für die "prinzipiell offene Ausschreibung (…) offenbar auf eine breite Streuung verzichtet". Weder seien die DGP noch universitäre Standorte oder das Beratungsgremium des Pflegebeauftragten des BMG einbezogen worden.

So habe die DGP bei dem Tagesschau-Journalisten, der die Meldung verfasst hatte, nachgefragt und erfahren, "dass es sich offenbar um eine begrenzte Ausschreibung im Sinne einer Auftragsvergabe handelte, die über https://verwaltung.bund.de zugänglich war".

Pflegewissenschaftliche Expertise einbeziehen

Diese erfolglose Ausschreibung zeige die "Nichtbeachtung pflegewissenschaftlicher Expertise in entscheidenden Beratungsgremien wie der interdisziplinären Kommission für Pandemieforschung der DFG oder dem Expertenbeirat des BMG". Ein dazu von der DGP an Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) gesendeter Brief sei bislang unbeantwortet geblieben.

"Angesichts der überragenden Bedeutung einer angemessenen pflegerischen Versorgung und der besonderen Rolle professionell Pflegender im Rahmen von Infektionsschutz und -kontrolle muss dringend pflegewissenschaftliche Expertise einbezogen werden."

Die DGP fordert "daher das BMG und andere Fördergremien des Bundes auf, ein angemessen ausgestattetes Programm unter entsprechend qualifizierter pflegewissenschaftlicher Begutachtung zur Erforschung der pflegerischen Versorgung während der Pandemie aufzusetzen. Außerdem braucht es die Einbindung pflegewissenschaftlicher Expertise in Beratungsgremien zum Umgang mit der Pandemie."

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