Das Klinikum Itzehoe will gemeinsam mit der Gemeinde Hohenlockstedt ein Community-Health-Nursing-Angebot aufbauen. Das teilte das Krankenhaus am Donnerstag mit. Ziel des Modellprojekts ist es, Menschen mit bestehendem oder drohendem Pflegebedarf wohnortnah zu beraten und zu begleiten sowie Versorgungslücken im ländlichen Raum zu verringern.
Das Angebot richtet sich unter anderem an hochaltrige Menschen, Personen mit chronischen Erkrankungen oder Behinderungen sowie pflegende Angehörige. Vorgesehen sind präventive Sprechstunden, Hausbesuche und Gruppenkurse zu pflegerelevanten und gesundheitsfördernden Themen. Ergänzt werden soll das Angebot durch die Vernetzung mit Hausärztinnen und Hausärzten, Pflegediensten, Sozialdiensten sowie weiteren Akteuren.
Unterstützung nach Klinikaufenthalten
Hintergrund des Projekts ist nach Angaben des Klinikums die angespannte Versorgungssituation im ländlichen Raum. Demnach nimmt die Zahl hochaltriger und multimorbider Menschen zu, während haus- und fachärztliche Ressourcen knapper werden. Gleichzeitig sei die Anschlussversorgung nach Krankenhausaufenthalten nicht immer rechtzeitig verfügbar.
"Mit unserem Community Health Nursing-Projekt schaffen wir ein Angebot, das Prävention, Beratung und Koordination direkt im Lebensumfeld der Menschen zusammenführt", sagte der Pflegedirektor des Klinikums Itzehoe, Niklas Jeurissen. "Gerade bei älteren, chronisch erkrankten oder sozial belasteten Menschen kann das helfen, Versorgungslücken zu schließen und Krisen frühzeitig abzufangen."
Wissenschaftliche Begleitung bis 2028
Das Modellvorhaben wird in Kooperation mit der Gemeinde Hohenlockstedt umgesetzt und von der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg wissenschaftlich begleitet. Die Evaluation umfasst laut Klinikum qualitative und quantitative Methoden, darunter Interviews, Fokusgruppen und Fallanalysen. Erfasst werden sollen unter anderem Vernetzungsgrad und gesundheitsbezogene Lebensqualität der Teilnehmenden.
Die Projektlaufzeit beginnt im November 2026 und ist bis Ende 2028 geplant. Finanziert wird das Vorhaben überwiegend über Fördermittel nach § 123 SGB XI.