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Altenpflege

Beschwerden an Heimen zugenommen

Die Zahl der Beschwerden in der Altenpflege ist in den vergangenen 10 Jahren in München um 54 % gestiegen und hat im Vorjahr einen Höchstwert erreicht.

Die Zahl der Beschwerden in der Altenpflege ist in den vergangenen 10 Jahren in München um 54 % gestiegen und hat im Vorjahr mit 262 einen Höchstwert erreicht. Insgesamt seien für die Jahre 2019 und 2020 mehr als 480 Beschwerden eingegangen. Das hat die Süddeutsche Zeitung am Mittwoch berichtet und sich auf den Bericht für den Stadtrat von der Städtischen Beschwerdestelle für Probleme in der Altenpflege in München berufen.

Rd. 50 % der Beschwerden hat demnach Pflegeheime betroffen, ca. 40 % ambulante Pflegedienste und 10 % andere Versorgungsformen wie betreutes Wohnen.

Medikamentengabe und Grundpflege bemängelt

Neben Pflegethemen standen bei ambulanten Diensten v. a. Vertrags- und Abrechnungsfragen sowie bei den Heimen die hohen Kosten mit wachsenden Eigenanteilen im Mittelpunkt.

Auch die Heimaufsicht zählte mehr Beschwerden zu Altenpflegeheimen: Die Zahl stieg im genannten Zeitraum von 86 auf insgesamt 104 – was aber nach Darstellung der Heimaufsicht auch mit den pandemiebedingten Besuchseinschränkungen zu tun hat.

In den Heimen ging es um Behandlungspflegeleistungen, wie die Medikamentengabe, und um die Grundpflege, z. B. die Unterstützung beim Essen.

Häufig seien auch persönliche Wünsche nicht berücksichtigt worden.

Weniger Kontrollen wegen Corona

Bei insgesamt 90 der 146 Prüfungen in den 63 Münchner Senioreneinrichtungen stellten Kontrolleurinnen und Kontrolleure 2019 keine Mängel fest.

Beanstandet wurden in 27 Fällen Mängel in der Pflege und der Dokumentation. Sie betrafen v. a. die Mobilisierung, Ernährung, Flüssigkeitsversorgung sowie die Vorbeugung und Verhinderung von Druckgeschwüren und Stürzen.

In 29 Fällen gab es Mängel im Personalbereich, v. a. weil Fachkraftquoten nicht eingehalten wurden. In 5 Fällen ging die Heimaufsicht gegen die Träger von Senioreneinrichtungen mit zwangsgeldbedrohten Anordnungen vor, um eine Beseitigung wiederholt festgestellter oder erheblicher Mängel zu erreichen.

6 Heime erklärten sich zu Aufnahmestopps für neue Bewohner bereit, bis die Qualitätsdefizite behoben seien.

Insgesamt erfolgten 2020 wesentlich weniger Regelprüfungen. Wegen der Corona-Pandemie waren sie zeitweise ausgesetzt worden.

Im ambulanten Bereich gab es am häufigsten Probleme mit der Abrechnung, die vielen Betroffenen unverständlich und nicht nachvollziehbar erschien.

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