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Corona-Krise und Pflege

6 Lehren aus der Corona-Pandemie

Andreas Westerfellhaus zieht ein Zwischenfazit für die Pflege aus dem bisherigen Verlauf der Corona-Pandemie.
Andreas Westerfellhaus zieht ein Zwischenfazit für die Pflege aus dem bisherigen Verlauf der Corona-Pandemie.

Der Bevollmächtigte der Bundesregierung für Pflege, Staatssekretär Andreas Westerfellhaus, hat am Freitag in Berlin ein Zwischenfazit für die Pflege aus dem bisherigen Verlauf der Corona-Pandemie gezogen. Vieles sei richtig gemacht worden. Auf allen Ebenen habe sich schnelles, engagiertes und kompetentes Handeln gezeigt.

Allerdings zeige das Corona-Virus auch wie durch ein Brennglas, an welchen Punkten angesetzt werden müsse, um künftigen Herausforderungen selbstbewusst und handlungsfähig begegnen zu können:

  1. Mehr Flexibilität und Unterstützung für die häusliche Pflege
    Konzeptpapier zum Entlastungsbudget 2.0
  2. Flächendeckend faire Löhne
  3. Stationäre Pflege: Keine Entscheidung ohne Bewohnervertretung
  4. Neue Aufgabenverteilung der Gesundheitsberufe
  5. Flexibilität, aber auch wirksame Kontrolle beim Personaleinsatz
  6. Konsequenter Ausbau der Digitalisierung

Pflegende bräuchten nicht nur Applaus oder einmalige Pflege-Boni, sondern v. a. eine flächendeckend attraktive Entlohnung mind. auf Tarifniveau sowie optimale und familienfreundliche Arbeitsbedingungen mit zeitgemäßen Arbeitszeitmodellen.

"Es ist beschämend, dass so viele Arbeitgeber in der Langzeitpflege und in den Kliniken sich da einfach nicht bewegen wollen", betonte Westerfellhaus.

Außerdem habe die Pandemie gezeigt, dass eine gute interprofessionelle Zusammenarbeit der Gesundheitsberufe notwendig sei, um eine optimale Versorgung der Pflegebedürftigen auch in Krisenzeiten sicherzustellen. Dazu gehöre etwa, Aufgaben – wie die Versorgung chronischer Wunden, Diabetes oder Infusionstherapien – auf Pflegefachpersonen zu übertragen. Gleichzeitig sei das Fachpersonal stärker von einfachen pflegerischen Verrichtungen und pflegefernen Hilfstätigkeiten zu entlasten.

"Die Versorgung der Zukunft wird nur mit einem guten Qualifikationsmix und in verstärkter interprofessioneller Zusammenarbeit über die Sektorengrenzen hinaus gelingen können", so Westerfellhaus.

Um die Digitalisierung voranzutreiben, seien alle Pflegeeinrichtungen zeitnah an die Telematik-Infrastruktur anzubinden. Pflegende müssten sicher, schnell und aufwandsarm mit Niedergelassenen aus Ärzteschaft, Physiotherapie, Apotheken und Krankenhäusern kommunizieren können. Denn besser vernetzt bedeute für Pflegebedürftige besser versorgt.

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