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Pflegepersonal erhält Prämienzahlung

5.000 Euro für neue Intensivpflegende am UKGM

Das UKGM zahlt neuen Intensivpflegefachpersonen eine Einstiegsprämie von 5.000 Euro. Das bestehende Pflegepersonal empfindet das als "Klatsche".

Das Universitätsklinikum Gießen und Marburg (UKGM) zahlt neuen Intensivpflegefachpersonen eine Einstiegsprämie von 5.000 Euro. Als Bedingung müssen sie Vollzeit arbeiten und sich verpflichten, mind. 2 Jahre zu bleiben. Das bestehende Pflegepersonal empfindet den Bonus als "Klatsche", wie die Hessenschau in der Vorwoche berichtet hat.

UKGM will weniger Leiharbeitskräfte in der Pflege einsetzen

In einer schriftlichen Stellungnahme begründete Klinikdirektor Werner Seeger gegenüber dem Hessischen Rundfunk: Der 5.000-Euro-Bonus soll gezahlt werden, bis der notwendige Personalstand erreicht ist.

"Wir wissen sehr wohl, dass ein Eintritt in diesen Bereich mit einer hohen persönlichen Belastung und zum Teil auch mit einem persönlichen Infektionsrisiko verbunden sein wird."

Dies wolle man mit dem Bonus anerkennen und zugleich weniger auf kostenintensive Leiharbeitskräfte zurückgreifen.

Klinik argumentiert mit Versorgungspflicht

Das UKGM versorge bei Weitem die meisten Intensivpatientinnen und -patienten aller Krankenhäuser in Hessen. Während der Pandemie habe sich die Lage weiter zugespitzt, sodass auch diese Zahlen die durchschnittlichen Werte anderer Krankenhäuser mehrfach übersteigen.

Aus der hohen Belastung der Pflege auf den Intensivstationen sei ein teilweise erhöhter Krankenstand resultiert. Zudem seien Pflegende aus Altersgründen oder um sich eine neue Funktion zu suchen ausgeschieden.

Angesichts der wieder steigenden Corona-Zahlen sei es nun "von essentieller Bedeutung für die Versorgungspflicht", zusätzliche Pflegefachpersonen zu gewinnen.

"Mangel an guten Arbeitsbedingungen"

Die Gewerkschaft Verdi kritisierte die Aktion. Die Auslobung von 5.000 Euro Prämie werde als Affront wahrgenommen, sagte der zuständige Gewerkschaftssekretär von Verdi Hessen, Fabian Dzewas-Rehm. Die Prämie sei ein "Vorbeidoktorn am eigentlichen Problem".

Das vorhandene Pflegepersonal verstehe nicht, "dass sie keine Prämie dafür bekommen, dass sie da sind und da bleiben".

Das UKGM solle lieber die Arbeitsbedingungen verbessern, etwa durch einen grundsätzlich höheren Personalschlüssel, so der Gewerkschafter weiter. Pflegefachpersonal könne dauerhaft nur gewonnen werden, wenn sich strukturell etwas ändere.

Nötig seien bessere Arbeitsbedingungen und deutlich höhere Löhne. Der angebliche Fachkräftemangel sei v. a. ein Mangel an guten Arbeitsbedingungen.

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