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Pflegenotstand an der MHH

Trotz Zuschuss für Intensivpflegende zu wenig Personal

Angesichts des sich zuspitzenden Fachkräftemangels sollen Intensivpflegende an der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) künftig besser entlohnt werden. Zwar ist die Klinik im Tarifvertrag der Länder eingebunden und kann damit nicht eigenmächtig Lohnerhöhungen beschließen. Doch die Ministerien – Finanzministerium und MHH-Aufsichtsministerium, also das Ministerium für Wissenschaft und Kultur, – haben am Montagnachmittag grünes Licht gegeben: Rückwirkend zum 1. Oktober erhalten alle Pflegefachpersonen aus der Kinderintensivpflege und -Anästhesie, Intensivpflege und Anästhesie sowie der Pflege im Operationsdienst mit abgeschlossener Fachweiterbildung eine Zulage von bis zu 250 Euro pro Monat.

Diese Regelung gilt bis Ende Februar 2019, der regulären Laufzeit des Tarifvertrags. Ab dann hofft die MHH, dass die Regelungen in den Tarifvertrag der Länder übernommen werden.

Nur 12 der 18 Betten sind belegt, weil Pflegende fehlen

Erst kürzlich hatte die MHH mit alarmierenden Zahlen aufhorchen lassen: Knapp 300 Patienten habe die Kinderintensivstation nicht aufnehmen können, obwohl genügend Betten frei waren. Der Grund: Es gibt nicht genügend Pflegende, die sich um die schwerstkranken Kinder kümmern können. Nur 12 bis 15 der insgesamt 18 Betten sind belegt.

"Es ist natürlich dramatisch, wenn bis zu einem Drittel der Betten gesperrt werden. Wir haben über 1.500 Anfragen für Intensivpatienten jährlich, können momentan aber nur rund 1.100 bedienen. Das ist im Einzelfall für bestimmte Patienten lebensbedrohlich", sagte der Leiter der Kinderintensivstation, Michael Sasse, am Montag während einer Pressekonferenz.

Kranke, direkt in die Notaufnahme eingelieferte Kinder würden in der MHH allerdings ausnahmslos behandelt. Abgelehnt würden jedoch mitunter dringliche Verlegungsanfragen aus anderen Kliniken.

"Der Druck, unter dem wir stehen, ist sehr belastend", beschreibt Kinderintensivfachpflegende Hannah Tönsfeuerborn am Rande der Pressekonferenz. "Wer darf auf der Station bleiben, wen müssen wir eventuell verlegen? Wer muss kommen, wer kann nicht kommen? Solche Entscheidungen müssen wir fast täglich fällen."

MHH-Kinderintensivstation nimmt Sonderrolle ein

Die Kinderintensivstation der MHH ist eine der größten hierzulande und verfügt über spezialisierte Verfahren, wie die Kleinkinder-Lungentransplantation, die ausschließlich in Hannover durchgeführt werden. Anfragen nach Übernahme von kranken Kindern kommen aus dem gesamten Bundesgebiet und dem europäischen Ausland.  

Hintergründe und weitere Details zur Situation auf der Kinderintensivstation der MHH gibt es in einer Reportage der Dezember-Ausgabe von Die Schwester Der Pfleger.

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